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Wittenbeck Sicherheitsrisiko Molli-Schienen?

Von kindlera | 27.06.2018, 12:00 Uhr

Investor will Campingplatz mit 210 Stellplätzen bauen. Bahngleise führen einmal quer durchs Areal. Verein äußert Bedenken.

Wie sicher kann ein Campingplatz sein, durch den nicht nur eine öffentliche Straße, sondern auch noch Eisenbahnschienen samt unbeschranktem Bahnübergang verlaufen? Genau diese Frage stellt sich der Wittenbecker Verein Wir für hier angesichts der Planungen für den B-Plan Nr. 10 Strandbereich, den die Gemeinde aufstellen will.

Investor Hans-Magnus von Brandenstein plant, am Bäderweg einen neuen Campingplatz zu errichten. „Etwa 210 Stellplätze sollen auf dem Areal entstehen, das von der Straße und den Molli-Schienen in vier Areale unterteilt wird. Das ist irre“, sagt Claus-Dirk Petersen vom Verein, der nicht erst nach dem schlimmen Molli-Unfall mit einem Traktor vor wenigen Wochen an einem unbeschrankten Bahnübergang wenige Kilometer entfernt des geplanten Campingplatzes ein großes Gefahrenpotenzial in dem Vorhaben sieht. „Wenn der Campingplatz gebaut wird, ist hier viel mehr Verkehr“, so Petersen. Urlauber müssten jedes Mal die Schienen überqueren bei der An- und Abreise oder um zum Strand oder den Versorgungseinrichtungen zu gelangen, argumentiert der Wittenbecker.

Denn eine Schrankenanlage für den Bahnübergang sei in den Planungen nicht vorgesehen. Stattdessen soll ein Sichtdreieck freigehalten werden, um so den Belangen der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli für einen sicheren Bahnverkehr nachzukommen. Für diesen ist die Gemeinde als Baulastträger der öffentlichen Straße zuständig. Diese müsste also, sofern nicht anders im städtebaulichen Vertrag mit dem Investor festgehalten, für solch eine Anlage aufkommen. „Die Gemeinde ist aber total überschuldet“, wirft Claus-Dirk Petersen ein.

Aktuell befinden sich nördlich der Schienen bereits Stellplätze für Wohnwagen, die der Investor betreibt, sowie südlich davon ein öffentlicher Parkplatz. Mit der Aufstellung des B-Plans will die Gemeinde nun eine Regelung für die touristische Nutzung schaffen. „Der Vorentwurf wurde schon im April 2015 diskutiert“, weiß Claus-Dirk Petersen.

Der Investor hingegen sieht keinen Konflikt zwischen seinen Plänen und dem Schienenverkehr. „Die Sicherheitsbedenken sind unbegründet“, sagt der 32-jährige Christoph von Brandenstein, Sohn des Investors, der den Platz seit sechs Jahren betreibt. „Seitdem ist noch nichts passiert.“ Um mögliche Gefahren dennoch abzuwehren beziehungsweise zu minimieren, soll – wenn die Gemeinde den B-Plan beschließt und der Campingpark kommt – der Tagesverkehr nicht über die Schienen verlaufen, sondern die Besucher südlich der Schienen parken. Auch eine weitere Entsorgungsstation sei hier geplant. „Und wir müssen die Sichtachsen einhalten“, so von Brandenstein. Lediglich Zulieferer und die Wohnwagen, die nördlich der Gleise stehen, müssten diese queren. „Aber die Leute, die nördlich der Schienen parken, werden sicherlich zwischen Strand und Wohnwagen pendeln“, gibt Petersen zu bedenken.