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Siegmann-Preise Stiftung ehrt Verdienste um das kulturelle Erbe

Von Nicole Pätzold-Glaß | 06.11.2018, 23:46 Uhr

Zum vierzehnten Mal hat die Richard-Siegmann-Stiftung Preise an engagierte Bürger sowie Netzwerke der Stadt vergeben.

Im Jahr des 800. Stadtgeburtstages hat die Richard-Siegmann-Stiftung Dienstagabend die gleichnamige Medaille an Personen, Vereine und Netzwerke vergeben, die sich um das kulturelle Erbe in der Stadtgesellschaft verdient machen.

Erster Preisträger ist der Verein pro Kunsthalle. „Seit 2009 hat sich in der Kunsthalle unheimlich viel getan“, sagte die Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Viola von Oeynhausen. „Zuvor hatte man das Gefühl, die schlafen noch“– doch dann habe das Team um Leiter Jörg-Uwe Neumann ein Projekt voller Experimentierfreude und Impulse offenbart. Die Zuschauerzahlen verdoppelten sich. Der Verein hat heute rund 500 Mitglieder.

„Ein Talent habe ich vielleicht doch“, sagte Neumann, „ich kann Leute zusammenbringen.“ Allein im Raum entdecke er viele Unterstützer, sagte er. Unter den Gästen waren unter anderem Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke), der Vorsitzende der Kulturstiftung Wolfgang Methling oder auch Birger Birkholz vom Bachverein – und natürlich die, die insgesamt elf Nominierten vorgeschlagen hatten.

Neben der mit 3000 Euro von der Stiftung dotierten Medaille wurden auch drei Förderpreise á 500 Euro vergeben. Bedacht wurden der Arbeitskreis Hochseefischerei aufgrund seiner Traditionspflege, der Arzt Ulf Kringel, der historische Rostocker Kunstwerke aufspürt, und Gerhard Weber, NNN-Autor, Fotograf und Chronist. Förderpreisgeber für ihn ist der Verlag Redieck und Schade. „Ich erstarre in Ehrfurcht, wenn ich sehe, was Gerhard alles in seiner Sammlung hat“, sagte Achim Schade. Weber, der vielen auch als der Mann mit der Leica-Kamera bekannt ist, habe zahlreiche Bücher des Verlags mit seinen Fotos bereichert. Doch der Kunstpreisträger ermöglichte auch Ausstellungen, gestaltet Rundgänge zu den Manns und Kempowski, so lobte die Stiftung. Er sei eine herausragende Künstlerpersönlichkeit.

Ulf Kringels Herz schlägt für die bildende Kunst, der Arzt stöbert Werke von Rostocker Künstlern wie Egon Tschirch auf, ließ beispielsweise einen seiner Bilderzyklen restaurieren und in Ahrenshoop ausstellen. Förderpreisgeber ist die Deutsche Kreditbank AG.

Seiner Heimat verbunden, ist auch der dritte Förderpreisträger, der Arbeitskreis Hochseefischerei. Die Männer erinnern an die Hochseefischerei, pflegen die Traditionen und arbeiten gerade mit der Leiterin des Schifffahrtsmuseums, Kathrin Möller, an einer interaktiven Ausstellung, für die sie eine Fülle von Film und Videomaterial sichten und digitalisieren lassen. Helmut Jeske nahm den Preis an, Förderer ist der Fischereihafen.

Eine Überraschung des Abends beim Fischkutter e. V. in Toitenwinkel waren aber nicht nur die Preisträger, sondern auch der Impulsvortrag von Kristina Koebe, Mitherausgeberin der „Stadtgespräche“. Sie räumte mit dem Bild von Rostocks Erinnerungskultur auf, zeigte verschwundene Orte wie das Elisabethheim auf und Logik-Engpässe durch das Primat Wohnraum.

Die Stiftung hat den Preis zum 14. Mal vergeben. Hauptstifter ist die Rostocker Straßenbahn Ag. Yvette Hartmann vom Vorstand kündigte das Thema für den nächsten Preis im Jahr des 600. Uni-Geburtstages 2019 an: „Wissensvermittlung neu denken“.