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Ein Artikel der Redaktion NNN

Ringen Sogar ein Judoka gewinnt bei den Küstenringern mit

Von Peter Richter | 01.09.2019, 14:52 Uhr

Die Mannschafts-Kampfabende in Rostock erleben mit einem 18:8-Sieg über den SV Luftfahrt Berlin II ein Riesen-Comeback.

18:8! Was für ein Comeback des Mannschafts-Ringens in Rostock nach sieben Jahren „Abwesenheit“. Nicht mal eine Stunde benötigte die Kampfgemeinschaft Küstenringer (PSV Rostock und SV Warnemünde) bei ihrer „Rückkehr“, um am Sonnabend in der Sporthalle Kopenhagener Straße zum Auftakt der Oberliga Brandenburg den SV Luftfahrt Berlin II deutlich zu bezwingen.

Für den „sehr zufriedenen“ Mannschaftsleiter Eckhardt Wallmuth vom FSV Stralsund war es das Produkt einer „richtig schönen Teamleistung“. Er sei sich aber angesichts der eigenen Aufstellung und in Kenntnis des Kontrahenten auch „ziemlich sicher gewesen, dass wir das Ding gewinnen“.

Und dafür brauchte Punktegarantin Nummer eins, Kadetten-Europameisterin Rebekka March, noch nicht mal etwas beizusteuern. Sie bestritt gegen Catalina Veringa – weil beide über den ausgeschriebenen 50 Kilogramm lagen – lediglich einen Freundschaftskampf, den sie erwartungsgemäß noch in der ersten Minute auf Schultern siegreich beendete.

„Rebekka war ja verletzt, wir wollen sie langsam wieder ranführen und haben sie deshalb nicht der Belastung ausgesetzt, Gewicht machen zu müssen“, erläuterte Stefan Pentschew, Abteilungsleiter Ringen des SVW, die „Nullnummer“ zum Auftakt.

Jetzt war in der Kategorie 130 kg Freistil der Judoka (!) Robert Strohschein an der Reihe. Er hatte die vermeintlich undankbare Aufgabe, den eigentlich vorgesehenen Grimmener Mathias Schuck (Ex-Bundesliga-Ringer und erfolgreicher MMA-Fighter) zu vertreten. Doch der 25-Jährige bestand den ersten Ringkampf seines Lebens glanzvoll, besiegte Marvin Krüger sicher und holte die ersten drei Punkte.

Robert war schon Europacup-Dritter und Deutscher Vize-Meister, ist aktuell für den KSC Asahi Spremberg in der 1. Bundesliga aktiv – aber, wie gesagt, im Judo, nicht im Ringen! „Ich hatte mit ,Buhzer‘ (Martin Buhz, Abteilungsleiter Ringen im PSV – d. Red.) gequatscht und ihm gesagt, wenn ihr irgendwann noch einen braucht, fragt mich. Es war schön. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt, die zweimal drei Minuten durchzustehen“, so Strohschein.

Nach zwischenzeitlichem 7:8-Rückstand (siehe unten) war es dem zweiten Mädchen, Luisa Scheel, vorbehalten, den Gesamtkampf vorzeitig zu entscheiden. In der Gewichtsklasse 65 kg Freistil schlug sie ihre Kontrahentin Aniela Karczmitovicz ganz sicher und machte damit im vorletzten Vergleich des Abends alles klar (14:8).

Die Wiederkehr des Teamringens an die Ostsee fand vor einer ansprechenden Kulisse statt. Unter den Zuschauern auch Lothar Metz, Olympiasieger 1968 in Mexiko-Stadt im Mittelgewicht (Griechisch-Römisch). „Das ist ja lange nicht mehr gewesen. War mal wieder was“, freute sich der 80-Jährige.

Die weiteren Ergebnisse

52 kg Freistil Lenny Mantau kampflos (Gesamtstand 7:0), 92 kg Griechisch-Römisch Hans Wittkowski jr. – Til Hübner Schulterniederlage (7:4), 61 kg GR Florian Wiesemann – James Schreiner technisch unterlegen (7:8), 80 kg F Eugene Gallinat – Marco Mütze (23 Jahre älter) technisch überlegen (11:8) und zum Abschluss 71 kg GR Philipp Nguyen Ho – Axel Fabiunke Sieg mit TÜ (18:8)

Weiter geht es in Hellersdorf

In der Oberliga Brandenburg geht es für die KG Küstenringer am Sonnabend gleich weiter. Um 18 Uhr sind die Ostseestädter bei der KG Hellersdorf/Preußen zu Gast.

Der nächste Heimkampf findet allerdings erst am 16. November statt. Kontrahent ist dann erneut in der Sporthalle Kopenhagener Straße in Lütten Klein die KG Lübtheen II.

Jugendliga Nord, Gruppe B in Torgelow: KG Küstenringer – Mattenfüchse Ost-Brandenburg 18:14, SV Luftfahrt Berlin – KG Küstenringer 24:11