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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock Sommertheater auf der Kippe

Von sopa | 25.04.2012, 08:47 Uhr

Die geplante Wiedereröffnung des Großen Hauses am 9.

Juni muss verschoben werden. Das teilt das Volkstheater Rostock mit. Unvorhersehbare Mängel und notwendige Nachbesserungen bei der Brandschutzsanierung sorgen für den Verzug bei der Ertüchtigung der Spielstätte. Nun sollen erst im Herbst die ersten Vorstellungen im Patriotischen Weg stattfinden. Der geplante Spielplan für Juni und Juli ändert sich damit. Das Volkstheater rechnet mit rund 200 000 Euro Einnahmen weniger.

Um den Ausfall so gering wie möglich zu halten, suchen Geschäftsführer Stefan Rosinski und Intendant Peter Leonard derzeit nach Ausweichspielstätten. Kirchen, die Yachthafenresidenz und der Klostergarten kommen infrage. Auch im Theater im Stadthafen soll es vermehrt Vorstellungen geben. Ob die "West Side Story" in diesem Jahr noch einmal aufgeführt werden kann, ist hingegen unwahrscheinlich.

Heute demonstrieren die Mitarbeiter

"Die Kosten für die Ausrüstung des Musicals sind extrem hoch", so Rosinski. Zwar könne die Vorstellung auch in der Halle 207 stattfinden, jedoch kämen dann mehr Ausgaben auf das Theater zu als wenn es das Stück ganz streichen würde. Nach Rosinski könnten die Ausfallkosten so um die Hälfte sinken, auf 100 000 Euro. Auch die Weiterbespielung des Theaterzelts ist nicht möglich, da dieses bereits weitervermietet ist. Leonard will die "West Side Story" dennoch nicht aufgeben: "Wir verhandeln gerade mit den Urhebern, ob wir das Musical 2013 wieder aufnehmen können." Die Chancen dafür stünden gut. Personell sollen die baulichen Verzögerungen keine Auswirkungen haben. "Alle Mitarbeiter werden trotzdem arbeiten", sagt Rosinski.

Heute um 13 Uhr werden die Mitarbeiter des Volkstheaters auf dem Platz vor dem Großen Haus gegen die Kulturpolitik der Schweriner Landesregierung demonstrieren. Diese hat ihre Zuwendungen trotz steigender Kosten für die Theater seit Jahren eingefroren.