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Norddeutsche Neueste Nachrichten Spagat

Von Max-Stefan Koslik | 20.08.2009, 06:53 Uhr

Die von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) eingesetzte Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Junglehrerprogrammes hat nun so ziemlich alles diskutiert, was man diskutieren kann: Gehaltsverbesserung für junge Lehrer, Vollbeschäftigung statt Teilzeit, Einstiegsboni für den Schuldienst in MV, Erhöhung des Einstellungskorridors, Prämien - selbst die Kombination von einem höheren Einstiegsgehalt plus ein Startpaket von 2500 Euro waren im Gespräch.

Denkbar ist sicherlich vieles, was durchsetzbar im Dreieck zwischen Politik, Tarifpartnern und Lehrern ist, muss sich zeigen. Wegzugehen von dem durch das Personalkonzept verordneten Modell der Zwangsteilzeit dürfte dabei der wichtigste, wenn auch denkbar einfachste Schritt sein. Man kann nicht gleichzeitig von Lehrermangel reden und Teilzeitregelungen beibehalten. Schon vor einem Jahr kündigte das Bildungsministerium an, dass spätestens im Schuljahr 2013/14 die Teilzeitregelungen ad acta gelegt werden können. Man wird also genau hinsehen müssen, ab wann der Abschied von der Teilzeit ohnehin kommen soll, um das Resultat der interministeriellen Arbeitsgruppe zu bewerten. Einstiegsboni für Junglehrer sind ein weiterer machbarer Weg, um nicht zugleich erfahrene Lehrer zu demotivieren. Andere Bundesländer machen es schließlich vor, wie über Umzugsprämien und einer guten Ersteinstufung die Konkurrenz um den Lehrernachwuchs gewonnen wird. Nichts wäre destruktiver als durch unterschiedliche Bezahlung dauerhaften Zwiespalt in den Kollegien zu sähen. Ein Spagat, der Folgen für die Schüler hätte.