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Rostock Sportler fordern neue Laufstrecke

Von Jenny Pfeifer | 17.12.2010, 07:55 Uhr

Scharfe Diskussion um den Laufweg im Barnstorfer Wald: Zoodirektor Udo Nagel konnte im gestrigen Gespräch mit den Rostocker Sportvereinen keine Einigung erzielen.

Durch die vorbereitenden Bauarbeiten am Darwineum ist im Barnstorfer Wald eine Fläche von vier Hektar eingezäunt worden. 400 von 3200 Meter Weg gehen Spaziergängern und Sportlern dadurch verloren. Seit 1994 hat der Rostocker Zoo dort Erbbaurecht.

Aufgrund einer gemeinsamen Erklärung der Sportvereine, indem sie den Baustopp des Darwineums fordern, trafen sich gestern Vertreter verschiedener Sportvereine mit dem Zoodirektor. Ziel war, einen alternativen Weg für die Leicht- und Triathleten zu entwerfen. "Vorab muss ich sagen, dass eine Brücke oder Tunnel nicht machbar sind, das würde zwei bis drei Millionen Euro kosten", sagt Nagel. Um den Sportlern gerecht zu werden, hat der Zoodirektor einen möglichen Streckenverlauf erarbeitet. Die neue Route würde nicht um das Darwineum herum führen, dass auf derzeitigen Lagerfläche des Zoos gebaut werden soll, sondern würde über einen Außenring verlaufen. "Wir würden uns auch dazu bereiterklären, den Weg freizuschneiden", so Nagel.

Waldweg wird zu eng

Die alternative Strecke hält Dr. Jens Schweder, Vorsitzender vom Triathlon-Club Fiko, für nicht vertretbar: "Nicht nur, dass das letzte Stückchen Stadtwald verloren geht, der Weg ist viel zu eng." Seiner Meinung nach bestehe die Gefahr, dass der viel genutzte Waldweg zu eng für die Breiten- und Leistungssportler werde. "Da wird es früher oder später Konflikte zwischen ihnen geben", so Schweder. Und wenn ihnen der Platz für das Training fehle, ließe auch die Leistung zu wünschen übrig. "So könnten wir unsere Spitzensportler verlieren", sagt der Vorsitzende.

Eine andere Laufmöglichkeit für die Athleten sieht Nagel jedoch nicht. Zwischen dem Zoo und dem Grundstück auf dem das Darwineum stehen soll könne der Weg nicht bleiben. "Dann hätten wir zwei weitere Eingänge und könnten nicht kontrollieren, wer den Zoo betritt", sagt er. Zwei weitere Kassenhäuser würden außerdem den Rahmen sprengen.

Die Mitglieder vom ersten Leichtathletikverein könnten sich hingegen mit der Variante zufrieden geben. "Wenn der neue Weg freigelegt wird, kann man das so machen, aber wir brauchen eine attraktive Strecke", sagt Vorsitzender Bernhard Trespe.

Endgültig festlegen wollten sich die Sportler gestern jedoch nicht. "Bevor wir eine Entscheidung treffen, sollten wir mit den Vereinsmitgliedern sprechen", so Schweder. Am 21. Januar 2011 setzt sich Zoodirektor Nagel erneut mit den Vertretern der Vereine zusammen.