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Rostock St. Johannis baut neues Chorhaus

Von Katrin Zimmer | 18.06.2015, 10:00 Uhr

Spatenstich ist für Oktober anvisiert. Spenden und Förderung des Kirchenkreises MV sichern Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro ab.

Ein Figuralchor, ein halbprofessioneller Motettenchor, ein Jugend- und zwei Kinderchöre – mit mehr als 350 Mitgliedern ist die Kantorei St. Johannis die größte in ganz MV. Bisher musste sie allerdings ohne einen eigenen Proberaum auskommen. Doch bald hat das Warten ein Ende: Im Oktober soll der Bau eines eingeschossigen Chor- und Gemeindehauses in den Barnstorfer Anlagen neben der Johanniskirche beginnen.

Zu den Kosten von 1,5 Millionen Euro haben die Gemeindemitglieder 125 000 Euro per Spenden selbst beigetragen, erklärt Hans-Günter Eckel, Kirchenältester und Mitglied im Gemeinderat. Vom Mecklenburger Kirchenkreis komme zudem eine Förderung in Höhe von 650 000 Euro. Der Entwurf für den Flachbau stammt von dem Hamburger Architekturbüro Johannsen und Partner. Auf etwa 480 Quadratmetern sollen neben einem großen Saal – der durch einen schweren Vorhang in zwei Räume geteilt werden kann – außerdem ein Büro für den Pastor, eine Küche, Garderoben, Toiletten und Lagerräume entstehen. Wichtig war der Gemeinde, dass das Aussehen an das Äußere der Kirche angepasst würde und der Bau diese nicht überragen sollte, so Eckel.

Vor allem die Chormitglieder können den Bau kaum erwarten: „Bisher müssen die kleineren Chöre immer im Vorraum der Kirche proben. Dort gibt es keine Möglichkeit vernünftig zu lüften und der Sauerstoff ist sehr schnell verbraucht“, sagt Eckel. So könne man nicht richtig arbeiten.

Die größeren Chöre wie der Figuralchor mit über hundert Mitgliedern müsse zum Proben sogar in die Räume der Luther-St.-Andreaskirche in Reutershagen ausweichen, so Eckel. Das neue Haus hingegen biete Platz für 120 bis 150 Sänger und sei extra für eine akustische Nutzung konzipiert, erklärt der Rostocker.

Eigentlich war schon 1949, als die Pläne für die Errichtung der Kirche entstanden, ein Gemeindehaus eingeplant, doch zum Bau sei es nie gekommen – aus Kostengründen, so Eckel. Nach der Wende wurde das Thema erstmals wieder aktuell und um die Jahrtausendwende die Pläne konkret. Vor etwa zwei Jahren hatten die Gemeindemitglieder dann begonnen, Spenden zu sammeln. Auch Bundespräsident Joachim Gauck spendete der Gemeinde als Privatperson 25 000 Euro für den Bau.

„Das neue Gemeindehaus soll aber nicht nur von den Chören genutzt werden, sondern auch für andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen“, sagt Gemeinderat Eckel. Die Integration in das Stadtteilgeschehen sei der Gemeinde wichtig, so der Rostocker. Das Ende der Bauarbeiten ist für Ende 2016 geplant.