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Rostock Stadt sagt Müll den Kampf an

Von Nicole Pätzold | 04.11.2012, 06:43 Uhr

Beim Sonntagmorgen-Spaziergang durch die Kröpeliner Straße fällt eines auf: Bierflaschen, Zigarettenstummel, Papiertüten, die vom Vorabend liegen geblieben sind.

Das will das Amt für Umweltschutz ändern und in besonders stark frequentierten Straßen zusätzliche Kräfte in die Spur schicken.

In Stadtmitte, der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, am Stadthafen und in Warnemünde sollen im nächsten Jahr drei zusätzliche Handreiniger, ein Radwegewart und ein Abfallsauger eingesetzt werden. Von April bis Oktober sollen die Mitarbeiter unterwegs sein. Der Radwegewart beseitigt beispielsweise Scherben. Der Abfallsauger war ein Vorschlag aus der Bevölkerung - und entfernt unter anderem Hundekot. Die Kosten dafür sollen allerdings nicht als Straßenreinigungsgebühr auf die Anwohner umgelegt werden, da nur ganz bestimmte und besonders gut besuchte Straßen betroffen sind. Durch die Passanten käme die Mehrbelastung zustande, nicht durch die Anwohner, wie das Umweltamt erläutert. Stattdessen sollen die Kosten in Höhe von 246 800 Euro von der Hansestadt finanziert werden.

Die Straßenreinigung wird 2013 für die Rostocker aber dennoch teuer. Das Amt für Umweltschutz geht von 377 300 Euro Mehrkosten aus. Dafür gibt es gleich mehrere Ursachen: eine Tariferhöhung der Mitarbeiter der Rostocker Stadtentsorgung, mehr Schichten und teurer Kraftstoff. Zwei Kehrmaschinen und zwei Kleintransporter müssen ersetzt und der Abfallsauger neu angeschafft werden. Hier enthalten sind auch die Kosten für das so genannte Team Fugengrün, dass Unkräuter von den Wegen in der ganzen Stadt entfernt. Auch die Kosten in der Stadtverwaltung steigen 2013 - um 81 500 Euro. Das errechnet sich aus erhöhten Personalkosten. Der tatsächliche Arbeitsaufwand einiger Mitarbeiter sei höher als bisher angenommen, gab das Umweltamt an. Auch die Einführung des Kommunalen Ordnungsdienstes ist mit einkalkuliert. Dabei sollen Stadtteilvertreter die Sauberkeit auf den Straßen kontrollieren. Der Finanzausschuss hat sich schon für diese Beschlussvorlage ausgesprochen. Das letzte Wort hat die Bürgerschaft am Mittwoch.