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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock Stadtautobahn ist Unfallschwerpunkt

Von Jenny Pfeifer | 18.05.2011, 08:28 Uhr

Mehr Unfälle, dafür aber weniger Verletzte: Das hat die Polizeiinspektion Rostock bei ihrer Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2010 festgestellt.

5804 Unfälle musste die Polizei verzeichnen. Das ist ein Plus von 4,78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei tödlich verunglückten Auto- und Motorradfahrern erreichte die Zahl seit 2006 ihren Tiefpunkt. "Im vergangenen Jahr sind drei Menschen bei Unfällen getötet worden, 2009 waren es noch vier", sagt Polizeioberrat Michael Ebert, Leiter der Rostocker Polizeiinspektion.

Brennpunkte sind die L 22 und die Stadtautobahn. "Vom Schutower Kreuz bis zum Anschluss der A 19 gehört die L 22 zu einer Unfallhäufungslinie", sagt Polizeihauptkommissar Rudolf Lazar von der Verkehrsunfallkommission. Auf der Strecke gab es im vergangenen Jahr vor allem schwere Unfälle. "2007 waren es noch 547 Vorfälle und 2010 nur noch 371", so der Sachbearbeiter für Verkehrsangelegenheiten. Um die Zahl drastisch zu reduzieren, hat die Polizei in den vergangenen Jahren die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Kilometer pro Stunde auf 50 herabgesetzt. "Hinzu kommt, dass wir 2010 viele Baustellen auf der Strecke hatten, die zu einer gedrosselten Geschwindigkeit führten", sagt Ebert.

Besonders auffällig für schwerwiegende Zusammenstöße ist auch der Bereich der Stadtautobahn an der Kreuzung zur Güstrower Straße im Stadtteil Lichtenhagen. "Dort hatten wir in vier Jahren vier Tote und acht Schwerverletzte", betont Lazar. Damit an der Kreuzung nicht noch mehr Menschen ihr Leben lassen müssen, will die Polizei in Zusammenarbeit mit der Rostocker Stadtverwaltung neben dem montierten Rotlichtblitzer noch einen für die Geschwindigkeitsüberwachung aufstellen.

Grundsätzlich will sich die Polizei allerdings von der technischen Verkehrskontrolle mit festmontierten Blitzern zurückziehen. "Wir legen Wert darauf, die Fahrer unmittelbar anzuhalten", sagt Polizeioberrat Ebert. So können die Verkehrssünder direkt auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. 2010 organisierte die Polizei insgesamt 664 Kontrollen. Fast 140 000 Fahrzeuge nahmen die Beamten unter die Lupe und konnten dabei 12 215 Verstöße feststellen. Dabei fiel ihnen auf, dass häufig Alkohol im Spiel war. Die Polizei stoppte 2010 insgesamt 393 angetrunkene Fahrer. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. "Als Unfallursache steht das Fahren unter Alkoholeinfluss also an erster Stelle", ergänzt Inspektionsleiter Ebert. Weitere Ursachen sind Vorfahrtsfehler und unnötige Raserei.

Seit dem 1. März setzen sich die Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Rostock monatliche Schwerpunkte, um gezielter Kontrollen unternehmen und sicheren Verkehr gewährleisten zu können. "Zuerst haben wir Kleintransporter geprüft, jetzt legen wir unser Augenmerk auf Radfahrer", so Ebert. In den kommenden Monaten sollen Kradfahrer und Pkw verstärkt kontrolliert werden.