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Rostock Startschuss für Eltern-Zentrum fällt

Von Redaktion svz.de | 01.02.2018, 12:00 Uhr

Verein zur Förderung krebskranker Kinder hat eine Million Euro für Bau zusammen. Bezug für Anfang September geplant

Lange haben die Mitglieder des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder auf diesen Tag gewartet. Jetzt rollt endlich der Bagger auf der Baustelle im Dr.-Lorenz-Weg, wo in nur acht Monaten ein Haus für Eltern entstehen soll, deren Kinder in der Onkologie der Universitätsklinik behandelt werden. Für das Projekt hat der Verein um die ehrenamtliche Vorsitzende Gudrun Eggers seit Jahren Spenden gesammelt, denn der Neubau kostet rund eine Million Euro.

„Für uns geht ein ganz großer Traum in Erfüllung“, sagt Eggers, die mit ihrem Team viel Kraft und Zeit investiert hat, um den Bau realisieren zu können. Nachdem der Verein 2016 das Grundstück gekauft hatte, mussten die Mitglieder ein Jahr auf die richtige Baugenehmigung warten. „Vor einem Jahr haben wir die Zusage für einen Stein-auf-Stein-Bau bekommen. Doch der wäre 350 000 Euro teurer gewesen“, sagt Eggers. Deshalb mussten die Förderer auf das Okay für die Holzrahmenbauvariante warten – eine günstigere Fertigteil-Alternative.

In dem Eltern-Kind-Haus sollen fünf Appartements entstehen, die von maximal 13 Personen genutzt werden können. Hinzu kommen Spielzimmer, Küche und ein Gemeinschaftsraum, in dem auch die Gruppenarbeit mit den Betroffenen stattfinden soll. „Wir wollen die Nöte und Probleme der Eltern auffangen und bewältigen“, erklärt Sozialarbeiterin Silke Strümper. Wichtig sei dabei vor allem die heimelige Atmosphäre und dass Betroffene, die aus weiten Teilen des Landes und sogar aus Brandenburg stammen, mit Experten, aber auch mit anderen in Kontakt kommen könnten.

Das Haus soll vor allem zweckmäßig sein: „Wir bauen hier kein Sechs-Sterne-Hotel, wir wollen eine Oase der Ruhe schaffen“, sagt die Vereinsvorsitzende Eggers. Allerdings sei noch nicht die komplette Summe für die Einrichtung vorhanden – der Verein hoffe auf weitere Unterstützung, um alle Möbel kaufen zu können. Auch der Vereinssitz soll vom jetzigen Standort in der Schweriner Straße in den Neubau verlegt werden. In dem Mietshaus nahe des Holbeinplatzes befindet sich auch die kleine Elternwohnung, in der auswärtige Betroffene für 16 Euro pro Nacht unterkommen können, wenn ihre Kinder zur Chemotherapie müssen. Im neuen Zentrum wird der Verein die Preise etwas erhöhen müssen. „Wir werden aber definitiv keine Hotelpreise verlangen“, sagt Eggers. Je nach Solvenz der Betroffenen, würde die Summe angepasst. Auch habe der Architekt beim Entwurf bereits bedacht, dass möglicherweise sogar angebaut werden könne, so Eggers.

Fest steht: „Ohne die Unterstützung der vielen Spender würde es das Projekt nicht geben“, betont die Vereinsvorsitzende.