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Neues Angebot Strandkorbgespräche für die Seele

Von kindlera | 20.06.2018, 05:00 Uhr

Ökumenisches Projekt an der Seebrücke Graal-Müritz geht ins zweite Jahr und richtet sich an Touristen und Einheimische.

Wohl einen der schönsten Arbeitsplätze in den Sommermonaten haben Ursula Soumagne, zuständig für die Tourismusseelsorge beim Erzbistum Hamburg, und Tatjana Pfendt, Pastorin der evangelisch-lutherischen Lukaskirche. Von Mai bis September sind sie alle zwei Wochen im XL-Strandkorb rechts der Graal-Müritzer Seebrücke anzutreffen. Was sie dort machen? Sie laden ein zu Strandkorbgesprächen für die Seele.

„Letztes Jahr ist dieses ökumenische Projekt gestartet“, sagt Soumagne – als Kooperation der evangelischen und katholischen Kirche. „Es richtet sich an Touristen, zum Beispiel aus den Kur- und Rehakliniken hier im Ort, aber auch an Einheimische“, erklärt sie – eben an alle, die sich etwas von der Seele reden möchten. „Wir haben überlegt, was man in Sachen Urlaubsseelsorge machen könnte. An anderen Orten gibt es solche Projekte schon, aber hier in Graal-Müritz ist es neu“, sagt Soumagne. Außerdem sei es wichtig, dass dieses Gesprächsangebot eben nicht in der Kirche stattfindet, so die 51-Jährige, denn viele würden immer noch Hemmungen haben. „Außerdem wollen wir den Leuten nichts überstülpen oder sie belehren. Und der Strand gehört hier einfach zum Ort“, nennt Soumagne den Grund für die Standortwahl. Dabei werde aber großer Wert auf die Privatsphäre gelegt und ein vertrauliches Umfeld geschaffen. Jeder, der möchte, kann jeden zweiten Dienstag zwischen 9.30 und 12 Uhr mit Pfendt und Soumagne ins Gespräch kommen. Die orange Beachflag weist dabei den Weg zum XL-Möbel, das ihnen vom örtlichen Strandkorbverleih Witt zur Verfügung gestellt wird. „Die meisten kommen gezielt zu uns“, so Soumagne. Dabei verlaufe die erste Annäherung meist immer gleich. „Erst spricht man über das Wetter, dann über die kleinen und größeren Dinge. Zum Beispiel über Probleme mit den Kindern, Beziehungen oder auch den Tod“, verrät die 51-Jährige, die zusammen mit Pfendt vor allem mit Frauen ins Gespräch kommt. „Man merkt dann auch schnell, ob eventuell weitere Hilfe gebraucht wird.“ In solchen Fällen würden sie Kontakte vermitteln. Aber auch über Glaubensfragen sprechen die beiden Frauen mit Interessenten, die neben ihnen Platz nehmen.

Im nächsten Jahr, so die Hoffnung, soll es für das Projekt einen eigenen Strandkorb von der Kirche geben. „Dann wäre das ein eigener Treffpunkt“, so Soumagne, der dann auch von der Familienstätte St. Ursula für seine Abendimpulse mitgenutzt werden könne.

Nächste Termine Strandkorbgespräche: 3., 17., 31. Juli, 7., 14., 28. August, 11. September; bei schlechtem Wetter bleibt der Strandkorb unbesetzt