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Rostock Streit um Petri-Parkhaus dauert an

Von Katrin Zimmer | 22.01.2018, 21:00 Uhr

Ortsbeirat stellt Höhe und Fassade erneut zur Diskussion, die Wiro beharrt auf Stellplatzzahl. Auf der Holzhalbinsel soll nachgebessert werden. #wirkoennenrichtig

Am Küterbruch im Petriviertel soll ein neues Parkhaus entstehen, das die Altstadt entlastet. Doch der Ortsbeirat Stadtmitte stellt sich den Plänen des Bauherren, der Wiro, entgegen. Zu groß ist die Angst, dass nach dem Parkhaus auf der Holzhalbinsel „neben dem künftigen Petritor der nächste Schandfleck entsteht“, so der Interimsvorsitzende Andreas Herzog (SPD) im Ausschuss für Stadtentwicklung. Auch der Gestaltungsbeirat hatte den Entwurf scharf kritisiert. Die Stadt soll nun prüfen, inwiefern die Kritikpunkte Höhe, Fassade und Emissionen geändert werden können. Auch das Parkhaus auf der Holzhalbinsel soll aufgewertet werden – optisch sowie in Sachen Kapazität.

„Es muss ja nicht immer ein Schandfleck bleiben. Gerade wenn wir 800 Jahre Rostock feiern …“, sagt Herzog. Schon 2011 wurde diskutiert, ob bei steigendem Stellplatzbedarf ein Stockwerk auf das Parkhaus Holzhalbinsel aufgesetzt werden könnte. Das würde Entlastung am Küterbruch bringen, eine geringere Höhe zulassen, so die Idee des Ortsbeirats. Problematisch: Die Häuser gehören verschiedenen Eignern. Unabhängig davon soll das Bauamt prüfen, ob das neue Parkhaus nicht eine Etage niedriger oder teils unterirdisch gebaut werden kann, um die Sicht auf die historische Altstadt nicht zu verdecken.

Vielleicht solle sich die Stadt an den Baukosten beteiligen oder auf Ausschüttungen der Wiro verzichten, schlägt Andreas Herzog vor. „Das ist ein echtes Kleinod der Stadt. Da können wir nicht so einen Bratzen vorsetzen“, sagt Ausschussmitglied Ulrike Jahnel (CDU). Die Wirtschaftlichkeit dürfe nicht über die Stadtsilhouette gestellt werden.

Mit 12,5 Metern plus Fotovoltaikanlage würde das Parkhaus jetzt bis zu 1,8 Meter höher, als es der Bebauungsplan zulässt. Die Ausnahme sei gerechtfertigt, sagt Stadtplanerin Anja Epper. „Die Höhe ist in dem Gebiet tragbar, auch mit Blick auf die Stadtsilhouette“, so Epper. Sie bemerkt: „Noch wurde kein Bauantrag gestellt.“ Den müsste die Wiro angesichts einer Änderung ohnehin umschreiben. Prokurist Christian Jentzsch warnt: „An dem Standort waren erst 380 Stellplätze geplant, jetzt noch 305. Wenn wir noch eine Ebene abnehmen, wären das noch 50 Stellplätze weniger.“ Ob so noch die gewünschte Entlastung der Altstadt erreicht würde, bezweifele er.

Im Herbst hatte die Wiro drei Varianten in Beton, Lochblech oder Lamellen als Fassaden-Varianten vorgestellt. Die sollen jetzt in einem Wettbewerb neu durchdacht werden. Der Stadtentwicklungsausschuss hat den Anträgen des Ortsbeirats zugestimmt. Heute berät der Bauausschuss. Die Entscheidung soll die Bürgerschaft am Mittwoch treffen.