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Fertiggestellt Südstadt: KGS weiht Neubau ein

Von Katrin Zimmer | 28.08.2018, 05:00 Uhr

Die Kapazität der Kooperativen Gesamtschule hat sich nach der Sanierung auf fast 1000 Schüler erhöht. Erstmals ist dadurch auch Abitur möglich.

Ein Hauch von frischer Farbe liegt noch in der Luft und längst sind nicht alle Regale in den neuen Klassenzimmern eingeräumt, doch die Vision vom modernen Schulgebäude ist Wirklichkeit geworden: In ihrem neuen Atrium haben Schüler und Lehrer der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in der Erich-Schlesinger-Straße gestern Einzug gefeiert. Dank der erhöhten Kapazitäten bildet die Schule erstmals einen Abiturjahrgang aus.

„Wir sind fertig“, sagt Sigrid Hecht, Geschäftsführerin des kommunalen Eigenbetriebs für Objektbewirtschaftung und Entwicklung (KOE). Gut zweieinhalb Jahre hat die Sanierung gedauert, 6,9 Millionen Euro haben Stadt und Land investiert. Bis auf das Skelett sei die zuletzt in den 70er-Jahren sanierte Schule entkernt worden, bevor moderne Fachräume und die langersehnte Aula eingerichtet wurden.

Während der Bauzeit mussten die knapp 650 Gesamtschüler im Bestandsgebäude auf der anderen Straßenseite sowie einem extra aufgestellten Container unterkommen. Zehntklässler Paul Bull fasst zusammen: „Es ist ein deutlicher Unterschied zu merken. Vor allem die Akustik ist in den neuen Räumen viel besser. Man versteht den Lehrer sogar noch, wenn die Schüler etwas lauter reden“, sagt er. Generell, so sein Appell, sollten Stadt und Land mehr in die Bildung und den Zustand der Schulen investieren.

Denn bei aller Freude über das neue Gebäude ist die Wunschliste der KGS immer noch lang. „Wir sollten eigentlich White Boards bekommen, haben jetzt aber doch grüne Tafeln und Kreide in den Klassenräumen“, bemängelt Schulleiterin Marion Roscher. Auch würde vieles erst jetzt im normalen Betrieb auffallen: Schaukästen für die Vertretungspläne fehlen noch, oder Materialien in den Fachräumen wie Zirkel und Lineale für die Arbeit an der Tafel, so die Mathematiklehrerin. Ihr größter Wunsch: „Dass auch das Bestandsgebäude saniert wird. Dort wurde in den letzten Jahren immer nur punktuell ausgebessert, eine Sanierung ist dringend nötig“, sagt sie. Die soll nach Aussagen von Schulsenator Steffen Bockhahn (Linke) bald folgen.

Mehr als 700 Schüler besuchen in diesem Jahr die Gesamtschule in der Südstadt, darunter eine Klasse 9 Plus, in der drei Tage Theorie und zwei Tage im Praktikum berufsvorbereitend unterrichtet wird. Durch die Erweiterung sollen es perspektivisch sogar bis zu 950 werden. Auch eine von Schülern betriebene Caféteria sei geplant. „Ganz fertig sind wir also noch nicht“, sagt Direktorin Roscher.