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Norddeutsche Neueste Nachrichten Super-Blitzer spüren jeden Raser auf

Von Dana Bethkenhagen | 12.10.2011, 10:12 Uhr

Jetzt geht es Tempo- und Ampelsündern in Rostock richtig an den Kragen: In der Hamburger Straße/Ecke Heinrich-Schütz-Straße, Am Strande in Höhe des Restaurants Borwin und auf der Stadtautobahn Kreuzung Güstrower Straße hat die Stadt jetzt Hightech-Geschwindigkeitsmesser des Typs „Poliscan Speed“ aufgestellt.

Die laserbasierte Geschwindigkeitsmessung mit digitaler Fotoeinrichtung kann auf maximal drei Spuren gleichzeitig Raser aufspüren und auch das Fahren bei Rot aufzeichnen. Im Landkreis Güstrow wurden bereits vor knapp einem Monat drei neue stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen installiert.„Wir reagieren mit der Installation der drei neuen Messsysteme auf ausgewiesene Unfallschwerpunkte“, sagt Ulrich Kunze, Sprecher der Hansestadt. Die Rostocker Verkehrsunfallkommission und die Polizei haben an diesen Stellen gehäuft Unfälle festgestellt und Handlungsbedarf gesehen.

Kontrolle in beiden Fahrtrichtungen

Rostocks Autofahrer scheinen trotz guter Absichten wenig begeistert zu sein. Hupend fuhren gestern einige Fahrer Am Strande entlang. Dort stellte Stefan Prinz vom Herstellerunternehmen Vitronic gerade eine Säule auf und richtete die Software ein.

Die beiden Geschwindigkeitsmesser in der Hamburger und in der Güstrower Straße sind Rotblitzer. Zusammen kosten die drei hohen, grauen Säulen die Hansestadt rund 110 000 Euro. Im Vergleich zu der herkömmlichen Messtechnik gibt es aus Sicht der Stadt klare Vorteile: Sie ermöglicht es, mehrere Fahrzeuge gleichzeitig zu kontrollieren und das in zwei unterschiedlichen Fahrtrichtungen. Außerdem sind sie gegen Vandalismus geschützt.

Lasermessverfahren in der Kritik

Die einzelnen Segmente in den Geräten sind unabhängig voneinander drehbar und machen die Mehrfachmessungen möglich. Die eingebauten Digitalkameras und unsichtbaren Infrarot-Laserstrahlen würden den Angaben des Herstellerunternehmens zufolge Raser auch bei dichtem Verkehr aufspüren können. Das Messverfahren des „Poliscan Speed“ stand in den vergangenen Jahren mehrfach in der Kritik, weil die Bildung der Messwerte nicht im Detail aufgeschlüsselt wurde. Mittlerweile ist es vom Bundesgerichtshof jedoch als standardisiertes Messverfahren anerkannt worden.