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Boxen Susann Köpke: „Ich bin jetzt nicht der Frischling“

Von Peter Richter | 26.09.2019, 13:37 Uhr

Die Nummer eins unter den deutschen Amateur-Box-Kampfrichterinnen fiebert ihrem Einsatz bei den Frauen-WM entgegen.

Susann Köpke tourt mal wieder durch die „Weltgeschichte“. Diesmal ist Sibirien, ist Ulan-Ude das Ziel, die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien, südöstlich vom Baikalsee gelegen und „oberhalb“ der Mongolei. Deutschlands höchstdotierte Amateur-Box-Kampfrichterin mit drei Sternen des Weltverbandes AIBA freut sich darauf, dort vom 3. bis zum 13. Oktober bei den Frauen-Weltmeisterschaften zu amtieren. Am Dienstag reist sie an.

Im August kam die 36-Jährige vom PSV Rostock bereits in den Genuss der EM in Madrid. Das Einzige, was da schiefging, war, dass sie, als vor Beginn der Wettkämpfe noch Zeit war, die spanische Sonne unterschätzte, sich an den Pool legte und einen Sonnenbrand einhandelte.

Für ihre Leistungen bekam Susann Köpke hingegen gute Kritiken: „Vorteil für mich war, dass die EM ohne deutsche Beteiligung stattfand und ich dadurch mehr Einsätze bekam. Ich habe bei 46 Kämpfen gepunktet und stand zehnmal im Ring, davon ein Finale.“ Eine große Ehre für die Mecklenburgerin, denn es gab nur zehn Finals, jedoch 15 Kampfrichter.

„Und dann habe ich auch noch ein richtig gutes Duell auf sehr hohem Niveau erwischt“, erinnert sich Susi Köpke gern an die Begegnung im 60-Kilogramm-Limit, in der die Finnin Mira Potkonen (Bronze bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro) nach Punkten die Französin Maiva Hamadouche bezwang.

Aber die Rostockerin bekam nicht nur den Boxring zu sehen. So durfte sie auf Einladung des spanischen Verbandes das Bernabéu-Stadion, in dem Real Madrid vor 80 000 und mehr Zuschauern aufläuft, von innen erleben.

Und jetzt also Ulan-Ude, die nächsthöhere Stufe ihrer Laufbahn.

„Ich will wie bei der EM gut performen und die bestmögliche Leistung abrufen. Das ist aber immer abhängig von vielen Faktoren: Man steht unter Druck, weil man beobachtet wird, es auch um die eigene Zukunft geht und man das nicht verreißen will (zumal bereits Olympia 2020 in Tokio für sie zum Thema werden könnte – d. Red.). Natürlich würde ich mir wünschen, wieder in einem Finale im Ring zu stehen, doch ich habe viele sehr gute Kollegen, die das ebenfalls möchten. Ich bin jetzt zwar nicht der Frischling, aber es ist halt die Frage, ob es auch dort wieder reicht“, schaut Susann Köpke gespannt voraus.