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Fußball-Landesliga West Auch in der Verbandsliga eine gute Rolle spielen

Von Peter Richter | 11.06.2019, 17:02 Uhr

Das will der SV Warnemünde mit seinem seit 21 Spielen unbesiegten Aufstiegs-Team – Rückblick auf die Saison 2018/19.

In der Fußball-Landesliga West verlor der FC Schönberg zuletzt am 30. September 2018 (2:3 in Parchim). Seine Bilanz seitdem: 20 Siege (u. a. ein 4:1 beim SV Warnemünde) und vier Unentschieden (darunter ein 1:1 gegen den SVW).

Dennoch lagen am Ende die Ostseestädter vorn – bei gleicher Punktzahl mit einer Tordifferenz von +80 gegenüber +73. Die Treffer – und dass sich Schönberg 2019 das eine Remis zuviel leistete (2:2 in Hagenow) – gaben den Ausschlag für die Warnemünder, die seit 21 Partien (18 Siege, drei Punkteteilungen, im laufenden Kalenderjahr 13 S und 1 U bei 55:5 Toren) unbezwungen sind.

SV Warnemünde

Obwohl Kapitän Martin Ahrens nach Kreuzbandriss und Danny Koop ebenfalls verletzt lange ausfielen, Marc Benduhn nach einer roten Karte vier Partien gesperrt war, saß der SVW dem FC Schönberg (vom 12. bis 25. Spieltag ununterbrochen Tabellenführer) frühzeitig im Nacken und zog in der 28. Runde endgültig vorbei.

Trainer Eckerhard Pasch: Wir sind es gewohnt, auf vernünftigem Untergrund zu spielen, sprich Kunstrasen. Deshalb liegt uns der Westen besser als die Staffel Ost, aus der wir ja kommen und wo ein anderer Fußball gespielt wird. Wir starteten ganz gut, doch die Ausfälle brachten uns ein bisschen aus dem Rhythmus. Als alle wieder da waren, hat sich gezeigt, dass wir eine richtig gute Truppe sind. Wir gucken nach links und rechts, führen auch Gespräche, aber im Großen und Ganzen, glaube ich, kann die Mannschaft, die den Aufstieg geschafft hat, auch in der Verbandsliga eine gute Rolle spielen. Großen Respekt an dieser Stelle vor dem Doberaner FC und Ronny Susa, was der da schon über Jahre anstellt. Ein großes Lob und Dankeschön an mein Funktionsteam mit Thoralf Spörk, Max Borchert und Physiotherapeutin Maria Baehr.

Meiste Spiele: Denny Schäfer 28, Philipp Scheller 28, Oliver Becksmann 27, Marc Benduhn 25, Paul Schröder 25 (dazu fünf weitere Spieler mit über 20 Einsätzen)

Beste Torschützen: Benduhn 17, Martin Ahrens 16, Danny Koop 11, Christopher Trutwig 10

Abgänge: Christian Kuhfeld (hört aus Verletzungsgründen auf), Christopher Sahinbas (LSG Elmenhorst), Andreas Zieger (FC Nebelküste)

Zugänge: zwei im offensiven Bereich, einer aus der Verbands- und einer aus der Landesliga

Doberaner FC

Der Doberaner FC ist mit elf Siegen bei je zwei Unentschieden und Niederlagen (45:15 Tore) das beste Auswärtsteam der Liga. Zum Abschluss holte er sich mit dem 5:1 bei der bis dahin zu Hause unbezwungenen SG Dynamo Schwerin noch Platz drei.

Die Münsterstädter waren zur Winterpause lediglich Sechster (28 Punkte, 30:16 Tore). Doch welch ein Aufschwung im Jahr 2019: in zwei Spielen weniger sieben Zähler mehr bei 51:12 Treffern! Nur eine Niederlage gab es noch für den DFC (1:2 in Warnemünde). Von 14 Partien wurden elf gewonnen.

Trainer Ronny Susa: Unser Ziel war es, unter die Top Fünf zu kommen. Wir haben eine sehr, sehr gute Entwicklung hingelegt, konnten uns auch in der Winterpause verstärken. Nino Dowe zum Beispiel brachte uns mit seiner Flexibilität, in der Innenverteidigung und auf der Sechs zu spielen, viel Stabilität. Ich bin hochzufrieden. Dritter waren wir in der Landesliga vorher noch nicht, und das jetzt in der zweigeteilten Liga, was die Qualität ja noch mal erhöht hat, das macht uns um so stolzer. Wir haben eine gute Mischung aus jungen und alten Spielern. Das wollen wir weiter forcieren. Wir gucken immer nach vorn, wollen immer besser werden, und da bleiben dann nur noch zwei Plätze übrig. Vielleicht gelingt uns ja noch mal eine Überraschung.

Meiste Spiele: André Grenz 29, Carlo Garske 28, Tino Capito 27, Steven Kozlowski 25, Sven Scheibner 24, Jan Gregor Eulner 24 (dazu fünf weitere Spieler mit 20 und mehr Einsätzen)

Beste Torschützen: André Grenz 41, Lukas Prange 8, Felix Engert 5

Abgänge: Björn Bornholdt, Michael Küter, Tilo Rosenkranz (alle zweite Mannschaft), René Krempin (SSV Satow Alte Herren)

Zugänge: Alexander Bönecke (SV Pastow/Tor), Julian Kosel (SV Parkentin/Mittelfeld), aus der eigenen A-Jugend Nico Hartig (MF) und Niklas Goesch (MF) sowie aus der eigenen „Zweiten“ Florian Hübner (Angriff)

TSV Graal-Müritz

Der Meister 2017/18 der Staffel Ost mit nur 19 Gegentoren in 30 Spielen (!), der auf den Aufstieg in die Verbandsliga verzichtete, kam im Westen ebenfalls gut zurecht, wenn ihm auch wesentlich öfter eingeschenkt wurde.

Nach dem 6. Spieltag sogar Zweiter, verlor der TSV zwar zwischenzeitlich mit fünf Pleiten am Stück den Faden (und konnte deshalb Rang vier vom Jahreswechsel nicht behaupten), drehte aber zum Ende mit fünf Dreiern aus den letzten sechs Partien (u. a. Cambs-Leezen 6:1, in Parchim 12:2) noch mal auf.

Reinhard Kempert, Abteilungsleiter Fußball des TSV: Es war eine durchwachsene Saison. Mitte der 2. Halbserie lief bei uns nicht viel zusammen, erst zum Schluss wurde es wieder besser. Wir konnten fast nie die gleiche Formation spielen lassen. Da müssen wir wieder mehr Konstanz reinkriegen. Vielleicht waren die Ziele ein bisschen höher gesteckt, aber mit Platz sechs können wir leben. Für die nächste Saison hoffe ich erst mal nur, dass wir bitte nicht in die Ost-Staffel kommen.

Meiste Spiele: Matti Michallik 26, Erik Thedran 25, Florian Möller 25, Paul Belle 24, Tim Hermann 23, Heiko Hecht 23 (dazu drei weitere Spieler mit 20 und mehr Einsätzen)

Meiste Tore: Hermann 15, Clemens Harms 14, Tim Herrmann 6, Philipp Peter Höger 6, Rasmus Remy 6

Abgänge: keine (Torwart Eric Behrens verließ den Verein beruflich bedingt bereits in der Winterpause)

Zugänge: Laut Kempert stehen drei Spieler auf der Liste, deren Wechsel jedoch noch nicht spruchreif seien.

André Grenz mit großem Abstand

Die Torjäger West: 1. André Grenz (Doberaner FC) 41, 2. Hannes Komoss (Schönberg) 34, 3. Nicklas Klingberg (Dynamo Schwerin) 24, … 6. Marc Benduhn 17, 7. Martin Ahrens (beide Warnemünde) 16, … 9. Tim Hermann 15, 10. Clemens Harms (beide Graal-Müritz) 14, … 14. Danny Koop 11, … 17. Christopher Trutwig (beide Warnemünde) 10

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