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Rostock Symposium ruft zur Erinnerung auf

Von Karsten Seifert | 31.05.2018, 08:00 Uhr

Internationale Städtetagung setzt auf museale Aufarbeitung und gemeinsame Jugendarbeit

Das dritte Internationale Symposium der „Städte der Erinnerung“ hat am Mittwoch in der Aula im Universitätshauptgebäude stattgefunden. „Das bevorstehende Doppeljubiläum kann viel schöner gefeiert werden, wenn Lehren aus der Vergangenheit gezogen werden“, sagt Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock. Denn das Ziel des Symposiums sei es in erster Linie gewesen, lokale Entscheidungsträger, Experten, Wissenschaftler, aber auch Jugendliche aus Städten zusammenzubringen, welche im Ersten und Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Dazu zählten beispielsweise Rostocks Partnerstadt Dünkirchen (Frankreich), Guernika (Spanien), Hwaseong (Südkorea) und Gdansk (Polen). Der Fokus des Symposiums lag auf dem internationalen Austausch und der Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte. Umgesetzt wurde dieses Vorhaben mit zwei thematischen Schwerpunkten: Zum einen standen Museen als Orte der Erinnerungskultur auf dem Plan, den zweiten Bereich deckte das Thema „Jugendliche als Botschafter der Menschlichkeit und des Friedens“ ab. Letzteres wurde mit World Cafés – einer interaktiven Workshop-Methode – umgesetzt. Passend dazu wurde bereits am Dienstag ein Kulturprogramm mit Tänzern des Ensembles Volzhanocka aus Wolgograd gezeigt. „Wir sind dankbar, dass sich junge Leute mit der Gesichte beschäftigen“, erklärt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). „Auch freuen wir uns, dass Rostock als Gastgeber des Symposiums ausgewählt wurde.“

Rostock trug einen beträchtlichen Teil zur Zerstörung Guernikas 1937 bei: „Die Rostocker Flugzeugindustrie baute Bombardierungsflugzeuge, welche diese Stadt großflächig zerstörten.“ Das Netzwerk „Städte der Erinnerung“ wurde von Rostocks Partnerstadt Dünkirchen 2016 ins Leben gerufen. Dort fand damals das erste Symposium „Erinnerungskultur“ statt.