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Norddeutsche Neueste Nachrichten Szenen einer Ehe

Von Thomas Volgmann | 14.10.2009, 07:27 Uhr

Stellen Sie sich vor ihr Ehe- oder Lebenspartner sagt ihnen so nebenbei, dass er mit seiner Ex "mehr Schnittmengen" hat als mit Ihnen.

Zeit zur Trennung? Vielleicht. Vergleiche hinken bekanntlich, aber Parallelen zur Schweriner großen Koalition dürfen an dieser Stelle durchaus gezogen werden. Drei Jahre gaben SPD und CDU das Bild einer gut funktionierenden Ehe ab. Doch plötzlich liebäugelt die SPD mit den Linken, mit denen sie zwischen 1998 und 2006 ein Regierungsverhältnis eingegangen war. Bei den Erklärungsversuchen der gekränkten CDU fällt auf, dass sich die Union dabei ausschließlich auf die innerparteiliche Situation in der SPD fokusiert. Allein der Findungsprozess der Sozialdemokraten nach der Schlappe bei der Bundestagswahl sei Schuld an der Attacke gegen die CDU, glaubt Fraktionschef Harry Glawe. Eigene mögliche Fehler werden damit ausgeblendet. Das reicht für eine Analyse nicht. Denn längst heißt es nicht nur aus der Opposition, die Gemeinsamkeiten im Regierungsbündnis hätten sich aufgebraucht. Auch in der SPD beklagt man, dass gemeinsame Anträge für Landtagssitzungen kaum noch die Debatten erreichen, weil sie vom Koalitionspartner blockiert werden. Neue Ideen schaffen den Durchbruch nicht mehr. Die Landespolitik erweckt den Eindruck, als würde sie mehr verwaltet als gestaltet. Zeit zur Trennung? Nicht unbedingt. Doch ein "Weiter so" funktioniert in dieser Ehe wohl nicht mehr.