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Ehrenamt Tafel serviert Helfern ein Dankeschön

Von Katrin Zimmer | 21.07.2018, 16:00 Uhr

„Mit Leib und Seele dabei“: Ehrenamtliche speisen zum Sommerfest im Hopfenkeller.

Es riecht nach Rosenkohl, nach Kartoffeln, und Fisch in den steinernen Gewölben des Hopfenkellers. Wo sonst zahlende Gäste sitzen, haben sich gestern rund 100 der insgesamt 170 ehrenamtlichen Helfer der Rostocker Tafel zu ihrem Sommerfest eingefunden. Als Dank dafür, dass sie das ganze Jahr über selbstlos im Einsatz sind, um anderen zu helfen, gingen Essen und Getränke komplett auf Hopfenkeller-Geschäftsführer Dittmar Birkhahn.

„Viele von euch sind täglich oder mindestens einmal die Woche im Einsatz um zu helfen – Hut ab vor jedem einzelnen“, sagt Tafel-Leiterin Beate Kopka. Gerade die letzten Wochen seien mit dem Umzug der Ausgabestelle in Reutershagen sehr anstrengend gewesen. Um den Fahrern, Sortierern und Verteilern der 14 Anlaufstellen in Rostock und dem Umland etwas Gutes zu tun, hat Küchenchef Antonio Suloski aufgetischt, was seine Karte hergibt: „Danke, ihr seid wahre Engel auf Erden“, sagt der Koch, bevor er das Büfett freigibt.

„Es war eine große Überraschung, dass wir diesmal hier feiern“, sagt Peter Brünning, der jeden Donnerstag in der Ausgabestelle in Stadtmitte hilft. „Das Essen ist wirklich klasse“, pflichtet Kollegin Renate Günther bei. Für sie ist das Engagement für die Tafel nicht nur eine Notwendigkeit – „der Staat macht ja nichts“ – sondern auch eine Herzensangelegenheit. „Wir geben den Leuten nicht nur das Essen aus, wir halten auch wichtige soziale Kontakte“, sagt sie. Und die Ausgabe am Donnerstag ist eine echte Tagesaufgabe. „Wir räumen morgens die Stühle aus der Michaelskirche und legen einen Teppich aus, damit der Boden nicht beschädigt wird“, erklärt Rüdiger Meißner, der bereits seit 1999 dabei ist. Danach würden die Stände aufgebaut und die Waren aufgetischt. „Eigentlich war die Tafel ja nur eine Übergangslösung, aber sie wird immer noch gebraucht – mehr denn je“, sagt Meißner. Jeder könne froh sein, wenn er sie nicht brauche, oft kämen auch Menschen, die arbeiten, aber so wenig verdienen, dass es einfach nicht reicht, schildert Günther. Die Ehrenamtlichen aber sind weiter „mit Leib und Seele dabei“, beteuert Silvia Gau.