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Rostock Theater erneut gerettet

Von Torben Hinz | 08.11.2012, 12:06 Uhr

Rettungspaket für das Volkstheater: Die Stadt kommt als Gesellschafter für das Minus von 1,3 Millionen Euro im kommenden Jahr auf.

Das hat die Bürgerschaft gestern beschlossen. Allerdings ist die Hilfe an Bedingungen geknüpft. So soll die Verwaltung zunächst neue Verhandlungen mit dem Land aufnehmen, damit dieses zumindest für einen Teil der Einnahmeausfälle aufkommt, die sich durch die Schließung des Großen Hauses ergeben haben.

Außerdem soll der angestrebte Haustarifvertrag intensiver bearbeitet werden. Und die Kostenzuständigkeit für weitere Investitionen in das Große Haus sollen zwischen dem Volkstheater und dem Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) als Vermieter geklärt werden. "Diese Punkte können zu einer Reduzierung der notwendigen Erhöhung des Haushaltsplanansatzes für das Volkstheater führen", sagt SPD-Fraktionschef Dr. Steffen Wandschneider.

Um überhaupt die Voraussetzungen für einen Haustarifvertrag zu schaffen, stimmten die Mitglieder für 2013 einer Gehaltserhöhung um 3,5 Prozent für die Theatermitarbeiter zu. Andernfalls hatte die Arbeitnehmerseite eine Klagewelle und den Ausstieg aus den Gesprächen angedroht. Die Anhebung ist Teil des alten Tarifvertrags, an dessen Gültigkeit Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zuletzt Zweifel angemeldet hatte. Seine Position: Mit dem Wechsel der Volkstheater Rostock GmbH in den Gaststatus im Kommunalen Arbeitgeberverband sei auch die Tarifbindung hinfällig. Das ist mit dem Bürgerschaftsbeschluss nun vom Tisch - ebenso wie die drohende Insolvenz.

"Die Entscheidung ist ein Bekenntnis der Stadt zum Theater, auch im Zusammenhang mit der Landesdebatte", sagt Eva-Maria Kröger, Fraktionsvorsitzende der Linken. Sie plädiert für den vollständigen Erhalt des Theater-Angebots in Rostock und im übrigen Land. "Wir sagen Nein zum Kulturabbau", so Kröger. Dennoch beschloss die Bürgerschaft, den Dialog mit dem Land ohne Vorbedingungen aufzunehmen. "Dem können wir uns nicht verschließen, wir sitzen nicht am längeren Hebel", sagt CDU-Fraktionschef Prof. Dieter Neßelmann.

In einem Treffen mit Staatssekretär Sebastian Schröder am Dienstag sprach sich Methling unterdessen noch einmal für die Eigenständigkeit der Rostocker Bühne aus. Bezüglich des geplanten Neubaus gehen beide Seiten von 40 Millionen Euro aus, die zur Hälfte vom Land getragen werden könnten.