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Mein Verein THW Rostock weltweit im Einsatz

Von SUSA | 04.08.2018, 08:00 Uhr

Ortsverband greift an vielen Brennpunkten ein. Besondere Ausbildung für die Mitglieder. Gegenwärtig Aufbau einer Jugendgruppe.

Zu einem Großbrand nach Wismar geeilt sind 19 Kameraden des Rostocker Ortsverbandes des Technischen Hilfswerks (THW). Dort haben sie gemeinsam mit anderen Kräften Ende April drei einsturzgefährdete Hausfassaden abgestützt und so Schlimmeres verhindert. Vielfach im Einsatz sind einige der insgesamt 115 Mitglieder des THW Rostock auch dann, wenn unter anderem umgestürzte Bäume für Gefahr im Schienenverkehr sorgen.

„Unser Einsatz am vergangenen Osterfest, als die immense Schneelast Bäume in großer Zahl zwischen Graal-Müritz und Rövershagen wie Streichhölzer umgeknickt hat, ist uns noch in Erinnerung“, sagt Dienststellenleiter Harry Thomas. Der 72-Jährige, der seit 55 Jahren dem THW verbunden ist, verweist auf gut ausgebildete Kameraden, die mit ihrer Technik für Sicherheit sorgen.

„Jeder, der sich für unsere ehrenamtliche Arbeit interessiert, hilfsbereit, zuverlässig und teamfähig ist und mindestens 17 Jahre zählt, ist beim Technischen Hilfswerk als aktiver Helfer willkommen. Hier erfahren die Freiwilligen, und davon gibt es in der Bundesrepublik rund 80 000, zunächst eine solide Grundausbildung, während der sie die Grundbegriffe der Technik in Theorie und Praxis lernen“, sagt der Ortsbeauftragte. Nach dem rund 120 Stunden umfassenden Kurs können die Männer und Frauen beispielsweise den Trennschleifer, hydraulische und andere Geräte handhaben. Eingesetzt werden die Helfer in den Bergungsgruppen 1 und 2, deren Hauptaufgabe die Rettung und Bergung von Menschen und Tieren aus Gefahrenlagen, hauptsächlich aus beschädigten Gebäuden ist. Darüber hinaus gehören zum Ortsverband die Fachgruppen Elektroversorgung, Wassergefahren sowie als Rostocker Besonderheit die Gruppe Führung und Kommunikation.

„Diese Gruppen arbeiten natürlich eng zusammen“, sagt Torsten Holm-Dankert. Der stellvertretende Dienststellenleiter erinnert in diesem Zusammenhang an den Einsturz einer Schule in Goldberg im August 2004, als die Kameraden die Bergung von fünf tödlich Verletzten übernehmen mussten. „Solche Situationen sind für unsere Helfer eine große Belastung. Deshalb haben wir ein eigenes so genanntes Nachsorgeteam, in dem geschulte Laien unter Leitung eines Psychologen arbeiten“, fügt Harry Thomas hinzu.

Wie er weiter ausführt, stellt der Rostocker Ortsverband auch fünf Kameraden für Auslandseinsätze bereit. Mehrfach haben die Rostocker in Katastrophengebieten den Aufbau der überlebenswichtigen Wasserversorgung übernommen. „Da unsere ehrenamtliche Arbeit, die wir im Rahmen des vom Bund garantierten Zivilschutzes durchführen, sehr anspruchsvoll ist, sorgen wir für die ständige Weiterbildung unserer Helfer. Damit erhalten sie natürlich auch eine Top-Ausbildung, um vielfältigste Probleme im persönlichen Alltag selbstständig zu lösen. Nicht zu vergessen das Miteinander im Team, in dem auch Freundschaften geknüpft werden und das Veranstaltungen wie zum Beispiel das Sommerfest organisiert“, sagt der Dienststellenleiter.

Um Nachwuchssorgen zu vermeiden, baut das Rostocker THW derzeit unter anderem eine Jugendgruppe auf, in der Mädchen und Jungen ab dem 10. Lebensjahr kindgemäß spielend an die Technik herangeführt werden.