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Rapper heute im Rostocker Moya Trotz Tour-Zoff: Bushido kommt

Von Redaktion svz.de | 15.05.2012, 11:57 Uhr

Deutschlands Rüpel-Rapper Bushido hat seinem Namen wieder alle Ehre gemacht. Es kam zu einem Streit hinter der Bühne. Das heutige Konzert findet dennoch statt. Wir sprachen mit ihm über Rostock, Hansa und seine Musik.

Deutschlands Rüpel-Rapper Nummer eins Bushido hat seinem Namen wieder alle Ehre gemacht. Zwischen Bodyguards des Musikers und Mitarbeitern eines Konzertveranstalters soll es zu einem Streit hinter der Bühne während eines Auftritts gekommen sein.

Laut OWL-Konzerte sei die Sicherheit seines Personals aufgrund der „schwerwiegenden Vorfälle“ erheblich gefährdet und eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich gewesen. Verträge wurden gekündigt und geplante Konzerte in Flensburg sowie Erfurt für Ende dieser Woche abgesagt. Das heutige Bushido-Konzert in Rostock findet dennoch statt, denn hier handelt es sich mit der Firma Cbook Agency um einen anderen Veranstalter.

Das Moya plant das Konzert wie gehabt heute Abend um 20 Uhr. Und auch Bushido freut sich auf den Abend in der Hansestadt. Vor den Ereignissen sprach er mit NNN-Volontärin Sophie Pawelke über die Hansestadt, seine Musik und den FC Hansa Rostock.

 Du hast schon ziemlich oft in Rostock gespielt. Gibt es etwas, was Du mit Rostock in Verbindung bringst?

Bushido: Was mir auf jeden Fall im Kopf geblieben ist: Als ich das allererste Mal in Rostock durch die Innenstadt gelaufen bin, ist mir aufgefallen, das dort extrem wenig Müll und Dreck rum lag. Es war sehr sauber. Für mich war es nicht der typische Osten. Nachdem ich durch Dresden und Erfurt getingelt bin, hatte ich so ein bestimmtes Bild, aber in Rostock war es komplett anders. Auch die Küste, der Mau-Club und die Stadthalle, in der ich zwei Konzerte hintereinander gab - ich mag Rostock.

Rostocks Musikszene ist relativ klein, trotzdem haben wir bekannte Künstler wie Marteria. Hast Du Kontakt zu Rostocker Musikern?

Nein, Materia und ich kennen uns nicht persönlich. Ich habe mitbekommen, dass er Erfolg hat, das freut mich auch. Rostock kann definitiv was Positives vertragen. Gerade weil Hansa Rostock gerade abgestiegen und nicht wirklich gut drauf ist. Deswegen kann man auf Leute, die Erfolg haben, stolz sein.

Stichwort Hansa - Hast Du den Kampf gegen die Insolvenz verfolgt?

Ja, natürlich. Ich kenne Hansa Rostock noch aus der Ersten Liga. Ich finde so etwas immer schade. Auch für uns in Berlin läuft es gerade nicht gut. Und wenn ich das richtig auf dem Schirm habe, haben wir gar keine Mannschaft aus dem Osten in der Ersten Liga. Ich war sogar bei einem Hansa Spiel, als sie gegen Berlin angetreten sind - das war noch in den guten Bundesligazeiten.

Gibt es etwas, auf dass sich die Fans besonders freuen können?

Die Leute, die mich live gesehen haben, wissen, dass ich auf der Bühne sehr stabil bin. Ich habe ein schönes Entertainment dabei, deswegen ist es ziemlich schwierig, noch Überraschungen einzubauen. Ich bin auch der Meinung, dass Leute, die zu einem Bushido-Konzert kommen, Bushido sehen wollen. Sicherlich wird mich der ein oder andere unterstützen, aber ich werde nicht meine fünf Homies auf die Bühne bringen.

Dein aktuelles Album und deine Tour heißen "Jenseits von gut und böse". Was ist für Dich eigentlich gut und was ist böse?

Das muss jeder für sich entscheiden. Jeder hat seine eigene Moral, die einem sagt, was gut und böse sein könnte. Darüber lässt sich viel diskutieren. Aber das "jenseits" soll bedeuten, dass ich Dinge weder als gut noch als böse betrachte. Ich mache mein eigenes Ding und das sollte auch jeder andere für sich tun. Wenn man der Meinung ist, man möchte etwas machen, weil man es gut findet, dann sollte man sich davon nicht abbringen lassen. Das ist auch der Grund für den Album-Titel.

Viele Deiner Shows sind ausverkauft und Deine Alben erreichen regelmäßig Goldstatus. Trotzdem sagen viele Menschen, der deutsche Rap sei tot.

Das mag so sein, leider ist deutscher Rap oft sehr begrenzt. Aber gerade wenn man sieht, wie es bei mir abgeht und wie viel Spaß die Leute auf meinen Konzerten haben, denke ich, habe ich es einfach geschafft, ein bisschen über diesen Hip-Hop-Tellerrand hinaus zu schauen. Ich werde und wollte mich nie nur auf Rap begrenzen. Natürlich mache ich in erster Linie Rap-Musik aber ich habe auch noch andere Möglichkeiten, Menschen zu erreichen. Und dass die Leute kommen, bestätigt mich natürlich. Deswegen mache ich auch immer weiter.