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Wirtschaft Trucker nehmen Fahrt auf

Von AENG | 02.08.2018, 08:00 Uhr

Spedition Gustke setzt bei der Suche nach Personal auf Integration und will damit Vorbild für die Branche sein.

Bei seinem gestrigen Besuch in der Rostocker Spedition Heinrich Gustke GmbH hat Arbeitsminister Harry Glawe (CDU) eine größere Wertschätzung für den Beruf des Kraftfahrers gefordert. „Eine leistungsfähige Logistik ist für die Unternehmen und Bewohner in Mecklenburg-Vorpommern von großer Bedeutung. Dazu braucht es engagierte Fachkräfte, vor allem im Bereich Transport“, sagt Glawe.

Gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, stellte der Minister Unterstützungsmöglichkeiten für den Erwerb von Lkw-Führerscheinen, insbesondere für Migranten, vor. „Wir wollen die Branche stärken und Mittel wie Bildungsschecks zur Verfügung stellen, die die notwendige Fahrausbildung aber auch Spezialisierungen fördert“, so Glawe. Haupt-Koopmann betonte, dass der Beruf als Kraftfahrer ein breites Einsatzspektrum biete. So würden auch in den Bereichen Auslieferung, Feuerwehr, Nahverkehr oder im Straßenbau Kraftfahrer gebraucht.

Bis Juli wurden insgesamt 786 Eintritte in entsprechende Qualifizierungsangebote gemeldet, wovon 13 Prozent einen Migrationshintergrund haben. Flüchtlinge und Migranten sollen die Möglichkeit bekommen, sich durch eine Ausbildung besser zu integrieren. Die Spedition Gustke möchte dabei ein Vorbild sein. Unter den gestern eingestellten 14 Auszubildenden im Bereich Berufskraftfahrer, Lagerlogistik, Speditionskaufmann und Kfz-Mechatroniker kommen zwei Lehrlinge aus Afghanistan, einer aus Äthiopien und einer aus Armenien. „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um dem bestehenden Fachkräftemangel in der Transport- und Logistikbranche entgegenzuwirken. Die Ausbildung von Flüchtlingen ist eine Möglichkeit“, sagt Stephan Gustke. Das dies trotz sprachlicher Barrieren erfolgreich für beide Seiten ist, zeigt sich am Beispiel Ibrahim Watandust. Der 28-jährige Afghane kam 2015 nach Deutschland und begann 2016 in Rostock eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Vergangene Woche hat er seinen CE-Führerschein bestanden und durfte schon eine Runden mit dem 40-Tonner drehen. „Mir macht die Ausbildung Spaß und ich möchte später als Fernfahrer arbeiten“, so Watandust, der im 3. Lehrjahr ist. Stephan Gustke ist sehr zufrieden mit der Einsatzbereitschaft Watandusts. „Der Job ist hart und man braucht auch etwas Idealismus. Aber als Unternehmer müssen wir den Beruf attraktiver gestalten und ein Rundum-sorglos-Paket bieten“, so Gustke.