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Sport in Rostock Vereine werben für Neubau

Von TOHI | 03.06.2017, 05:00 Uhr

Hand-, Basket- und Volleyballer hoffen auf Premium-Halle am Bahnhof. Ospa erklärt Investitionsbereitschaft.

Rostocks Spitzensportler vom HC Empor, den Seawolves und SV Warnemünde Volleyball sind heiß auf den anvisierten Hallenneubau auf der Südseite des Hauptbahnhofs. Sie versprechen sich davon eine Trainings- und Wettkampfstätte, die ihre Bedürfnisse perfekt erfüllt und sogar Erstligakriterien genügt. „Das ist dann auch ein Aushängeschild für Rostock“, sagt Empor-Geschäftsführer Stephan Stübe. Um für das Vorhaben zu werben, haben die drei Vereine die Fraktionen der Bürgerschaft, Stadtverwaltung und Stadtsportbund in dieser Woche an einen Tisch gebracht – und überzeugt.


Auch Park- und Hochhaus geplant

„Das ist super angekommen und unterm Strich haben sich alle dafür ausgesprochen“, sagt Stübe. Frank Thiessenhusen vom SV Warnemünde erklärt: „Werben war gar nicht so zwingend nötig – keiner hat etwas Grundsätzliches dagegen.“ Allerdings sei die Hansestadt darauf bedacht, die mehrere Millionen Euro umfassenden Kosten nicht selbst tragen zu müssen. Das soll und will die Ostseesparkasse (Ospa) übernehmen, bestätigt deren Vorstand Karsten Pannwitt: „Wir würden das gesamte Areal gerne kaufen.“

Dafür muss die Bürgerschaft nach ihrer Sommerpause im September dem Verkauf durch die Stadt zustimmen. Gibt sie grünes Licht, sollen auf dem Gelände auch ein mehrgeschossiges Parkhaus mit 1000 Stellplätzen entlang der Bahnschienen sowie langfristig ein Hochhaus an der Ecke zum Südring entstehen. In letzterem seien ein Hotel, Büros und Mikroappartements denkbar, erklärt Pannwitt. Für detaillierte Pläne sei es aber noch zu früh. Der aktuelle Entwurf wurde im Auftrag der Stadt vom Büro Vielmo Architekten nach rein stadtplanerischen Gesichtspunkten, aber ohne Analyse des Bedarfs erarbeitet. Er sieht ein etwa 50 Meter hohes Haus mit elf bis zwölf Stockwerken vor. Für dessen Bau muss die Verwaltung allerdings erst einen B-Plan aufstellen.


Ziel ist Beginn im Frühjahr

Sporthalle und Parkhaus sind davon nicht betroffen. „Wenn die Bürgerschaft das Konzept bestätigt, kann der Baubeginn im Frühjahr 2018 erfolgen“, sagt Pannwitt und ergänzt: „Es ist klar, dass sich das betriebswirtschaftlich nicht rechnen wird.“ Denn die Ospa schließt eine Mehrbelastung für die Vereine aus, will die aktuelle Miethöhe erhalten. „Alle drei sollen im Trainings- und Wettkampfbetrieb profitieren“, erklärt Pannwitt. Die Halle mit rollbaren Tribünen biete Platz für 2500 bis 3000 Zuschauer. Sie sei bewusst für den Spielbetrieb in allen Ligen, aber immer noch kleiner als die benachbarte Stadthalle konzipiert. Dort könnten so weiterhin die besonders heißen Matches ausgetragen werden. Nach deren Umbau allerdings werde es aufgrund der teils kurzfristigen Terminansetzungen für die Vereine eher schwerer, die Stadthalle nutzen zu können. Sie könnte bereits durch Konzerte oder Kongresse geblockt sein. Pannwitt und die Vereine sehen die neue Sporthalle daher als dringend benötigte Ergänzung und nicht als Konkurrenz.


Variables Spielfeld

„Wir haben schon mit dem Projektmanagement gesessen und Bedarfe besprochen“, sagt Empor-Geschäftsführer Stübe. Entstehen soll eine Drei-Felder-Halle, die sich am 40 mal 20 Meter Handballfeld orientiert, das für die Basket- und Volleyballer verkleinert werden kann. Die so frei werdenden bisherigen Hallen nützen auch anderen Vereinen. Bei der Politik kommt das gut an. „Wenn hier durch eine Investition eines Dritten Leistungs- und Breitensport profitieren, dann hat das Vorhaben meine volle Unterstützung“, sagt beispielsweise Grünen-Fraktionschef Uwe Flachsmeyer.