Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Norddeutsche Neueste Nachrichten Vermeidbarer Schaden

Von Torsten Roth | 15.10.2009, 07:38 Uhr

Das war absehbar.

Frisch zubereitete Salami ohne vorherige Trocknung gemeinsam mit Möhren, Äpfeln in verschlossenen Plastik-Boxen - das konnte nicht gut gehen. Zumindest bei den Herstellern der 12 700 Öko-Würstchen in den Bio-Brotdosen für Erstklässler in Mecklenburg-Vorpommern muss es zum Grundwissen gehören, dass nicht abgetrocknete Wurst in der feuchten Umgebung und Wärme der Box verpackt die Schimmelpilze nur so sprießen lässt. Die Wurst dann dennoch ausgerechnet an Kinder auszuliefern, das ist Fahrlässigkeit kaum noch zu überbieten. So wird die gut gemeinte und von vielen Partnern unterstützte Werbeaktion für ein gesundes Frühstück und Pausensnacks an Schulen zum Bumerang. Es ist weniger der unappetitliche Anblick der nach Auskunft von Fachleuten noch genießbaren Wurst der Skandal, als vielmehr das vorsätzliche Vorgehen. Wenn beteiligte Fachleute zugeben, bereits vorab Bedenken gehabt zu haben, dann aber nichts unternommen haben, stellen sie sich auf eine Stufe mit jenen, die in zahllosen Lebensmittelskandalen auf kriminelle Weise mit der Gesundheit der Verbraucher spielen. Öko hin oder her - so gewinnt man das Vertrauen für sichere Lebensmittel aus Mecklenburg-Vorpommern nicht. Da hilft auch keine eiligst gestartete Rückrufaktion mehr. Der Ruf ist dahin. Der Imageschaden wäre vermeidbar gewesen.