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Norddeutsche Neueste Nachrichten Vermeintliche Kluft

Von Friedemann Diederichs | 25.08.2009, 05:27 Uhr

Dass George W.

Bush und seine politischen Helfer mit teilweise überzogenen und rechtlich fragwürdigen Maßnahmen auf die Terroranschläge des 11. September 2001 reagiert haben, ist kein Geheimnis. Die Stichworte Guantanamo und CIA-Geheimgefängnisse, in denen auch auf offener Straße in Drittländern entführte Verdächtige untergebracht und mit brutalen Methoden befragt wurden, belegen die Verfehlungen eindrucksvoll. Nun erschüttern neue Details die Öffentlichkeit. Mutmaßliche Terroristen sahen sich, trafen sie auf CIA-Verhörbeamte, mit Scheinhinrichtungen, Schusswaffen und Bohrmaschinen konfrontiert. US-Präsident Barack Obama hat auf die Sünden seiner Vorgänger-Regierung bisher mit seltsamer Unentschlossenheit herabgesehen. Er wolle angesichts anderer massiver Herausforderungen nach vorn und nicht zurück sehen, so seine Hauptthese. Verblüffend ist dabei die vermeintliche Kluft zwischen dem Weißen Haus und US-Justizminister Holder, der viel entschlossener auf einen Sonderermittler und die Neuauflage von Verfahren gegen CIA-Mitarbeiter gedrängt hatte, während Obama zunächst weiter auf die Bremse zu treten schien. Denkbar, dass die scheinbare interne Kontroverse bewusst inszeniert wird, damit Obama später gegenüber den "Schlapphüten" sein Gesicht wahren kann.