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Verbrechen Versuchter Mord: Sieben Jahre Haft für Jugendliche

Von Redaktion svz.de | 09.06.2018, 05:00 Uhr

Gericht bestraft Angriff auf hilflosen Mann in der Parkstraße hart.

Die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Rostock hat am Freitag zwei Jugendliche wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in nicht öffentlicher Hauptverhandlung schuldig gesprochen. Die Jugendlichen wurden zu Einheitsjugendstrafen von sieben Jahren und zehn Monaten sowie sieben Jahren und vier Monaten verurteilt.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die zum Tatzeitpunkt 15-jährigen Jugendlichen in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai 2016 einen damals 36 Jahre alten stark alkoholisierten Mann zunächst mehrfach körperlich angegriffen haben, um ihn danach in ein Gebüsch beim Bahnhof in der Parkstraße zu locken. Dort sollen sie dem bereits massiv verletzten hilflosen Mann schwere Brandverletzungen zugefügt haben, indem sie seine Jacke unter Verwendung von Deospray als Brandbeschleuniger entzündet und auf den Geschädigten geworfen haben sollen. Sowohl die Jacke, das Sweatshirt als auch ein T-Shirt des Geschädigten seien fast vollständig verbrannt. Nur dem glücklichen Umstand, dass ein vorübergehender Student auf das Stöhnen des Opfers aufmerksam geworden sei und beherzt eingegriffen habe, sei es zu verdanken, dass nicht noch Schlimmeres passiert sei. Der Geschädigte habe, so das Gericht, Verbrennungen zweiten und dritten Grades auf einer Körperoberfläche von insgesamt 17 Prozent erlitten. Die Kammer sah das Mordmerkmal der sonst niedrigen Beweggründe bei beiden Angeklagten als gegeben an. Diese hätten aus Langeweile und Lust am Quälen gegenüber dem Opfer gehandelt und dessen Tod billigend in Kauf genommen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.