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Wenn ich in den Beeten hocke… Verweile doch, du bist so schön!

Von Redaktion svz.de | 13.06.2020, 00:00 Uhr

Garten-Kolumne von Beate Schöttke-Penke

Geht es Ihnen manchmal auch so? Am Beginn des Gartenjahres fragt man sich, wie sich der Garten wohl in diesem Jahr zeigen wird. Wird sich die Arbeit, die man im letzten Herbst investiert hat, gelohnt haben? Wie wird sich der milde Winter auf die Pflanzen ausgewirkt haben, wie die große Trockenheit der letzten Wochen? Dann irgendwann, nach dem großen Aufräumen im Frühjahr, treiben die Stauden auf den Beeten durch, entwickelt sich das Grün, bekommt Fülle. Und dann, nach einem langen Regen, der seinen Namen endlich mal verdient, explodieren die Blüten.

Das ist in meinen Blumenbeeten jetzt Mitte Juni der Fall. Nach den Blumenzwiebeln, die in das Grün zarte Farbtupfer streuten, entwickelt sich eine Farbsinfonie von verschiedensten Lila- und Blautönen. Zunächst öffneten die kleinen und großen Katzenminzen ihre vielen kleinen Blüten, auf die sich Bienen und Hummeln stürzen. Nun gesellt sich an zahlreichen Stellen flächig der Prachtstorchschnabel hinzu. Dem weißen und dunkel-lila Ziersalbei ist die Trockenheit der letzten Wochen besonders gut bekommen: Kräftig und kerzengerade säumt er Ränder an den großen Staudenbeeten. Kontrastierende Farbpunkte setzen da hinein mehrere Sorten Pfingstrosen in Rosa, kräftigem Rot und Weiß. Am Kandelaberehrenpreis färben sich die lavendelfarbenen Blütenkerzen ein, das Herbstkopfgras ergänzt den Staudenmix mit seinen frisch-grünen Flächen. In den nächsten Tagen werden meine Rosen „Rose de Resht“ und „Leda“ ihre zahlreichen Knospen öffnen, umspielt von Dutzenden weiß-grünen und mittelhohen „Allium nigrum“. Kugeldisteln schieben ihre Köpfe in die Höhe. Schon ahnt man das kommende Blau. Der Phlox ist bislang nur grün, doch erinnert er mich daran, dass ich in der nächsten Woche unbedingt den Frühsommerschnitt durchführen muss. Wie jedes Jahr haben sich verschiedenste Blumen versät. Rosa Fingerhut entfaltet seine Trichterblüten, Margeriten leuchten mit ihren weiß-gelben Strahlenblüten an mehreren Stellen, und hier und da hat sich Wiesenkerbel ausgesät. Ihn werde ich im Auge behalten müssen, nehme ich mir vor. Die Blütenexplosion animiert mich, jeden Tag mit meiner Kamera in den Beeten zu hocken. Kein Detail möchte ich mir entgehen lassen, das sich verändernde Werden in allen Stadien festhalten. Verweile doch, du bist so schön, möchte ich meinem Garten zurufen. Und weiß zugleich um das Vergehen, auf das ich keinen Einfluss habe.