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Schwarze Rauchsäule über Rostock Video: Batterien verursachen Großbrand

Von Stefan Tretropp/Nicole Pätzold-Glaß | 24.07.2018, 21:01 Uhr

Große Verwertungshalle samt Sortieranlage bei Recycling-Betrieb in Neu Hinrichsdorf lichterloh in Flammen

Erneut hat heute eine schwarze Rauchsäule die Rostocker in Atem gehalten. Das Feuer brach bei Veolia aus, auf dem Gelände des Recycling-Betriebs beim Güterverkehrszentrum in Neu-Hinrichsdorf. Die Rostocker Feuerwehr mobilisierte alle verfügbaren Kräfte. Sämtliche Wehren wurden alarmiert.

Verursacht haben sollen den Brand fälschlicherweise in der gelben Tonne entsorgte Lithium-Batterien. Als die Plastikabfälle in der Sortieranlage geschreddert wurden, sollen vermeintlich die Batterien dazwischen gekommen sein und in Kombination mit der Trockenheit durch Funken den Brand ausgelöst  haben. Die Folge: Ein Millionenschaden. Die 60 mal 70 Meter große Verwertungshalle wird wohl nicht mehr zu retten sein. Die Feuerwehrleute versuchten am Abend dafür Sorge zu tragen, dass das Feuer ordnungsgemäß abbrennt. Sie verschafften sich mit einer Drohne, die sie in die Rauchsäule schickten, einen Überblick. Es bestand die Gefahr, dass die Flammen auf die gelben Säcke übergreifen. Anwohner wurden aufgerufen, Fenster und Türen im Umfeld zu schließen. Die Feuerwehr verbrachte die Nacht mit dem Löschen der Glutnester.

Bereits Ende Mai dieses Jahres war es auf dem Areal zu einem Großbrand gekommen. Damals brannten 1000 Kubikmeter Müll auf der angrenzenden Lagerfläche komplett nieder. Die Feuerwehr war mehrere Tage im Einsatz, um alle Flammen zu löschen. Weitere Brände in Rostock und dem Umland folgten –   am 6. Juni brannte eine Deponie in Parkentin,  am 4. Juli brach bei der Recyclingfirma Alba im Fischereihafen ein Brand in der Schrottpresse aus. Der Rauch hatte sich über fast die gesamte Stadt gelegt.

Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) hat in Folge der gehäuften Bränden erst kürzlich  die 23 Betreiber der hiesigen  Abfallanlagen wie auch Veolia  in die Verantwortung genommen. Er forderte sie auf,  präventive Maßnahmen anzuschieben – Müll zu separieren, Löschwasser und Brandbekämpfungsmittel vorzuhalten. Der heutige Brand gab ihm recht. „Das Beispiel zeigt, dass wirklich alle, die mit Mengen an brennbaren Materialien handhaben, hoch sensibel sein müssen“, sagt Matthäus  – „jeder muss das leben, der in solchen Betrieben arbeitet. Es gilt besondere Vorsicht.“ So es sie noch nicht gibt, müssten Brandwachen eingesetzt werden.  Die nächsten Tage soll es noch wärmer werden, die Brandgefahr steigt damit weiter.