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Problematische Sprengung Video: Brandbombe geht in Rostock-Marienehe hoch

Von Claudia Labude-Gericke/Stefan Tretropp | 29.08.2018, 19:34 Uhr

Am Abend wurde bei Bauarbeiten eine Brandbombe gefunden. Ursprünglich sollte sie am frühen Abend gesprengt werden, doch dann traten gravierende Komplikationen auf. Kurz vor 23 Uhr dann der erlösende Knall.

Die letzten warmen Sonnenstrahlen genießen, dazu vielleicht ein Bier trinken oder eine Wurst vom Grill genießen – ihren Feierabend mussten am Mittwoch einige Kleingärtner der Sparte „Schöne Aussicht“ An der Jägerbäk in Rostock-Marienehe anders verbringen als gedacht.

Gegen 20 Uhr ließ die Polizei die Anlage räumen und kontrollierte jede Laube, weil in direkter Nachbarschaft der Parzellen eine scharfe britische Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden war. „Ein Bauarbeiter hat sie gegen 17 Uhr beim Kreuzungsbauwerk Evershagen entdeckt und genau richtig gehandelt, indem er uns alarmiert hat“, erklärt Rostocks Polizeisprecherin Dörte Lembke. Die Beamten rückten mit den Spezialisten vom Munitionsbergungsdienst an und entschieden, in einem Radius von 300 Metern um die Fundstelle alles zu evakuieren, um die Bombe, die nach Angaben der Experten ein Benzin-Kautschuk-Gemisch enthielt, kontrolliert zu sprengen. Auch Rostocker Feuerwehren waren vor Ort im Einsatz.

Neben den Kleingärtnern war von der Räumung  vor allem der Verkehr betroffen: Straßenbahnlinien fielen aus, die Stadtautobahn B 103 von und nach Warnemünde wurde beidseitig gesperrt, genau wie die Kreuzung Schmarler Damm in Richtung Stadtautobahn und die Straße An der Jägerbäk ab Höhe Moja sowie die Bertolt-Brecht-Straße in Richtung B 103.

Doch auch, als die Einsatzkräfte für den betroffenen Bereich Personen- und Fahrzeugfreiheit meldeten, konnte die Sprengung  noch nicht erfolgen. Der Grund: Zwei Gasleitungen, die in der Nähe des Fundortes verlaufen. „Die müssen erst abgeschaltet werden, denn wir wollen ja nicht, das Schlimmeres passiert“, so Dörte Lembke. Auch der Verlauf wichtiger  Stromkabel wurde im betroffenen Bereich durch Stadtwerke-Mitarbeiter  überprüft.

Kurz nach 22 Uhr hörten Anwohner und Einsatzkräfte dann einen lauten Knall, der jedoch nicht von der Bombe stammte, sondern vermutlich von Pyrotechnik, die Unbekannte in der Nähe zündeten.

Um kurz vor 23 Uhr war es dann soweit: Der Knall, den die Sprengung der Bombe verursachte, war in vielen Teilen der Stadt zu hören. Genau wie die Sirenen der Einsatzfahrzeuge.

Polizeisprecherin Lembke lobte anschließend das couragierte Handeln des Bauarbeiters, das gute Zusammenspiel der Einsatzkräfte und die verständnisvollen Kleingärtner und Autofahrer. In dieser schwierigen Situation hätte alles wie im Lehrbuch geklappt. Deshalb wurden auch die Straßensperrungen kurz nach der Sprengung wieder aufgehoben.