Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

CSD in Rostock Vielfalt auf dem Lehrplan

Von nicp | 22.07.2018, 20:45 Uhr

3000 Teilnehmer beim CSD unter dem Motto „Akzeptanz beginnt im Kopf – Kein Schritt zurück“.

Schrill, bunt und fröhlich und in einem Meer aus Regenbogen-Flaggen wurde der 16. Christopher Street Day in der Rostocker Innenstadt am Sonnabend gefeiert. Die diesjährige Auflage stand unter dem Motto „Akzeptanz beginnt im Kopf – Kein Schritt zurück“. Unter den Gästen war auch Sozialministerin Stefanie Drese (SPD): „Rostock zeigt sich beim heutigen CSD so, wie ich es am liebsten habe: bunt, quirlig, etwas schräg, vor allem aber weltoffen“, sagte sie. Und Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke) betonte: „Die Forderung von Lesben, Schwulen und Transgendern an die Politik nach bedingungsloser Gleichberechtigung darf nicht zum Spielball politischer Mehrheiten werden.“ Und Nitzsche ergänzte: „Wir dürfen den Gegenbewegungen von Rechts nicht im Vertrauen auf die Vernunft einer schweigenden Mehrheit zusehen.“

Die Teilnehmer fordern vor allem, dass Vielfalt auch mehr auf den Lehrplänen der Schulen stattfindet, wo Mobbing und Ausgrenzung für viele Betroffene an der Tagesordnung sind, gerade auch in ländlichen Gebieten. Dass der CSD von Jahr zu Jahr auch neue Generationen anspricht, befand auch die Linken-Fraktionsvorsitzende Eva-Maria Kröger. „Ich habe den Eindruck, dass immer mehr jüngere Menschen zum CSD kommen“, stellte sie fest. Und sie betonte die Wichtigkeit dieses Tages: „Rostock ist eine weltoffene Stadt, zu dem der CSD gehört.“

Weil die Akzeptanz noch nicht überall eine Selbstverständlichkeit ist, gehört Vielfalt nach der Forderung von Politikern und Teilnehmern auf den Lehrplan der Schulen. Das war eine Forderung, die auf vielen Plakaten und in Gesprächen geäußert wurde.

In einer Podiumsdiskussion äußerte Gina Güsmer, Mitglied der Grünen Jugend, die Notwendigkeit, dass auch das Sorgerecht in Familien ausgeweitet werden müsste. „Es gibt ja immer mehr Familien, wo es nicht nur zwei Elternteile gibt, gerade bei der Zunahme von vielen Regenbogenfamilien“, betonte sie.

Mit etwa 3000 Gästen hat der CSD in Rostock 2018 einen Besucherrekord erlebt. „So viele Teilnehmer hatten wir noch nie“, bestätigte Polizeioberkommissar Jörg Krüger.

Über Vielfalt der Liebe und auf den Lehrplänen sprach Max Rentner von den Organisatoren des CSD. „Ich bin überwältigt von der Teilnahme.“ Ein Höhepunkt war der Umzug durch die Innenstadt.