Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Fish Vier Tage lang Kurzfilme, Klassiker und Ostsee-Stücke

Von Katharina Golze | 17.04.2019, 21:42 Uhr

Am 25. April startet das Fish. Zum 16. Mal zeigen junge Filmemacher aus MV, Deutschland und dem Ostseeraum Kurzfilme.

„Sperrig, experimentell, schwarz-weiß“, das denken viele von Kurzfilmen, weiß Patrick Hinz, „aber so ist das gar nicht.“ Und das beweist ab 25. April vier Tage lang das Filmfestival im Stadthafen, kurz: Fish. „Fish ist ein Kurzfilmfestival von, mit, für und wegen jungen Menschen aus Deutschland und dem Ostseeraum“, erklärt Mitorganisator Patrick Hinz. Zum 16. Mal werden 33 neue Werke von Filmemachern unter 27 Jahren gezeigt.

Kurzfilme mit Herzblut

Im Schnitt sind sie nur acht Minuten lang, die Bandbreite ist aber groß: humoristisch, ernst oder animiert sind die Werke. Entstanden sind ihre Werke in Schulklassen, Jugendclubs oder an Filmhochschulen. Und die Filmemacher selbst sind zwischen sechs und 26 Jahre alt. „Es sind auch Leute, die im Kinderzimmer filmen“, weiß Patrick Hinz. Dabei zählt „Inhalt vor Form. Herzblut muss drinstecken“.

Das Besondere am Format Junger Film ist auch, dass die Regisseure direkt im Anschluss für ein Filmgespräch auf der Bühne stehen. „Wir sehen es nicht nur als Filmevent, sondern auch als Bildungsevent“, erklärt Organisator Arne Papenhagen. Danach läuft der nächste Kurzfilm und am Ende bewertet eine Jury direkt live und transparent. Mit Regisseur Andreas Dresen und ehemaligen Fish-Teilnehmern und neuen Filmsternchen wie Jan Soldat und Klara Sommer sei die Jury 2019 gut besetzt, findet Hinz.

Höchst dotiertester Preis im Nachwuchsbereich

Insgesamt zehn Silber- und vier Gold-Fishe werden vergeben, sowie ein Publikumspreis und der Film des Jahres. Mit 9000 Euro Preisgeld ist es der höchstdotierteste Preis deutschlandweit im Nachwuchsbereich, sagt Hinz. 5000 Euro davon sind direkt Produktionsbudget für den nächsten Film.

520 Einsendungen aus ganz Deutschland hat das vierköpfige Team sechs Tage lang gesichtet. Ein Höhepunkt für Johanna Huber: „Es waren wahnsinnig viele Filme und viele gute dabei.“ Die 18-jährige Österreicherin absolviert ihren Europäischen Freiwilligendienst beim Fish-Festival. Danach möchte sie English Film and Drama in Dublin studieren. Unterstützt wird sie von der 27-jährigen Dänin Maj Hansen. „Ich habe für zehn Jahre Film gemacht“, erzählt die Dramaturgie-Absolventin. Sie freut sich am meisten auf die Filme „Sweet as Candy“ und „Performance Night“.

Sechs Ostseeländer filmisch vertreten

Letzterer zählt zu den „Offshorts“ – 16 Filme aus dem Ostseeraum. Polen, Dänen, Esten, Finnen, Schweden und Litauer stecken hinter den Produktionen. Bisher gab es bei jedem Fish ein Gastland. Nun versuchen sie was Neues, denn „wir wollen das Fish öffnen, dass es internationaler wird“, sagt Arne Papenhagen. Und enger mit Festivals der Ostseestaaten kooperieren. Auch hier diskutieren die Regisseure ihre Stücke – auf Englisch. Die Filme laufen in der Originalsprache mit englischem Untertitel.

Neben neuen Konzepten gibt es unter den Künstlern hingegen mehrere Wiederkehrer wie Daniel Popat oder Max Gleschinski. Angefangen hatte Gleschinski hinter den Kulissen, nahm dann am Fish teil, fand hier sein Team und präsentiert nun seinen ersten Langfilm, gedreht in MV, als MV-Premiere beim Format „Seesterne“. Zu dieser Sparte zählt neu 2019 auch eine filmische Stadtwanderung. Verschiedene Kurzfilme werden Sonnabend an Rostocker Häuserwände projiziert.

Neue Formate fürs Fish

Ebenso neu ist DubClub. „Es gibt einen Film, den du live auf der Bühne vertonst“, erklärt Patrick Hinz. Szenen eines Klassikers können die Besucher mit Geräuschen, Sportkommentaren oder Witzen neu erfinden. Auch erst zwei Jahre jung ist das Format ClickBait, bei dem Filmemacher und Youtuber zu Themen wie die Schönheit des Films live und online übertragen diskutieren. Das ganze Programm umfasst noch viel mehr Punkte, nicht zu vergessen Pop-Fish - der Preis für das beste Musikvideo aus MV.