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Blattläuse übertragen Erreger Viren machen Raps Probleme

Von Birgit Sander | 26.02.2017, 09:00 Uhr

Bauern aus MV erhielten Schulung

Wenn der Raps nach dem Winter rote Blätter bekommt und nicht wachsen will, ist er wahrscheinlich von Viren befallen. „Das Wasserrübenvergilbungs-Virus, das die meisten Landwirte nur aus dem Lehrbuch kannten, hat die Kultur seit vergangenem Herbst fest im Griff“, sagte der Pflanzenschutzexperte Stephan Goltermann gestern in Rostock. Der Dezernatsleiter im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) machte Bauern auf einer Schulung des Landesamtes mit zwei neuen Virus- Krankheiten auf dem Acker bekannt.

Neben Raps werden auch Eiweißpflanzen von Viren heimgesucht. Erstmals waren im Vorjahr in Süddeutschland Kulturen betroffen. Als Überträger gelten Blattläuse. Beim Raps spielten Wasserrübenvergilbungs-Viren bisher keine Rolle, da die Saat gebeizt wurde und die Pflanzen bis in den Herbst geschützt blieben, sagte Goltermann. Raps und Rüben sind verwandte Arten. Seit dem Verbot der Beizen müsse der Raps anders behandelt werden. Mittelfristig liege die Hoffnung auf resistenten Sorten. Um das Wissen über die Wirkung des Virus zu erweitern, gebe es am LALLF Versuche und Labordiagnosen.

„Wir hoffen, zur nächsten Aussaat konkrete Empfehlungen geben zu können“, sagte Goltermann.Ackerbohnen, Lupinen und Futtererbsen, Klee und Wicken werden wieder verstärkt angebaut. Als Stickstoffsammler seien sie für die Bodenfruchtbarkeit wertvoll und sie könnten Sojaimporte ersetzen, sagte Goltermann. Erstmals seien im Frühsommer 2016 in Süddeutschland in diesen Kulturen massenhaft Pflanzen mit auffällig kleinen und eingerollten Blättern oder gestauchten Triebspitzen aufgetaucht.