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Kröpeliner-Tor-Vorstadt Volkstheater: Jetzt auch Büros gesperrt

Von Juliane Hinz | 09.08.2011, 10:04 Uhr

Das Arbeiten im Großen Haus des Volkstheaters wird bald unmöglich.

Denn was von außen niemand sieht: Mittlerweile sind nicht mehr nur die Bühne, sondern auch Teile des Verwaltungstrakts, die Probebühnen und Räume von Maske und Requisite zum Sperrgebiet erklärt worden. Schilder mit der Aufschrift "Betreten verboten" prägen das Bild im Inneren des Großen Hauses. An allen Ecken und Enden werden alte Türen herausgerissen und durch Brandschutztüren ersetzt. "Mehr als 50 Prozent des Hauses sind für Publikum und Mitarbeiter stillgelegt", sagt Stefan Rosinski, seit gut einer Woche neuer Geschäftsführer der Volkstheater Rostock GmbH.

Frühestens im März könnte Maßnahme beendet sein

Noch ist ein Großteil der Theaterangestellten im Urlaub. Während der Spielzeitpause ist nicht viel los im Großen Haus. Erst wenn in den kommenden Wochen die Mitarbeiter nach und nach zurückkehren und am 1. September die neue Spielzeit beginnt, wird es eng. Jörg Mehlberg aus der Abteilung Beleuchtung ist seit Montag aus dem Urlaub zurück. Während er versucht, zwischen all den Absperrungen seine Arbeit zu machen, fühlt er vor allem eins: "Ohnmacht, weil uns niemand aufklärt." Schließlich seien an vielen Stellen des Hauses die Brandschutzauflagen bereits erfüllt. Trotzdem ist der Durchgang gesperrt. Mehlberg hat Angst, weniger vor dem maroden Gebäude, als vielmehr vor "willkürlichen Entscheidungen".

Die wenigen Brandschutzmaßnahmen, die bereits ausgeführt werden, sind aber erst die Spitze des Eisbergs. "Sie sind notwendig, damit sich die Mitarbeiter überhaupt noch im Großen Haus aufhalten dürfen", erklärt Rosinski. Die eigentliche Ertüchtigung - und mehr ist es nicht, denn von einer Sanierung kann nicht die Rede sein - ist zwar durch die Bürgerschaft beschlossen. Die erforderlichen Mittel müssen aber erst noch genehmigt werden. Damit ist im September zu rechnen. Von 2,7 Millionen Euro gehen Schätzungen aus. "Dann könnten wir im November mit den Arbeiten beginnen und im besten Fall im März fertig sein", so der Theatergeschäftsführer.

Mitarbeiter soll Ausweichräume organisieren

Damit die Bauarbeiten möglichst schnell über die Bühne gehen können, wird das Volkstheater wahrscheinlich für eine Zeit geräumt werden müssen. "Das ist noch nicht beschlossen, aber ich gehe davon aus", sagt Rosinski. Ab Montag soll sich ein Mitarbeiter ausschließlich mit dieser Problematik beschäftigen. Denn für die Verwaltung und die künstlerischen Mitarbeiter müssen Räume gefunden werden - und das möglichst für wenig Geld. Darüber hinaus muss der Umzug organisiert werden.

Im Theaterzelt am Werftdreieck, in dem ab September die Vorstellungen des Volkstheaters stattfinden sollen, werden Proben nur in sehr beschränktem Maß möglich sein. Außerdem müssen neue Produktionen vorbereitet werden.