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Verein Vom Weltraum-Fieber infiziert

Von SUSA | 06.05.2018, 05:00 Uhr

Helmut Lindner und die Freunde der Raumfahrt laden zu Vorträgen, Lesungen oder Treffen mit ehemaligen Kosmonauten.

An jenen Oktobertag im Jahre 1957 kann sich Hartmut Lindner noch ganz genau erinnern. Damals schaute der heute 76-Jährige gemeinsam mit seinem Onkel Rein-hardt im vogtländischen Reichenbach in den Nachthimmel, wo sie Sputnik 1, den ersten künstlichen Himmelskörper, auf seiner Um-laufbahn von West nach Nord beobachteten. „Dieser Startschuss der sowjeti-schen Raumfahrt war für mich ein einschneidendes Erlebnis“, bekennt der gelernte Kunst- und Bauschlosser, der später eine Ausbildung zum Mechaniker bei einem Jagdfliegergeschwader der Nationalen Volksarmee absolvierte.

„Seit jenem Tag habe ich alle Zeitungsausschnitte, alle Bücher, die auch nur im Entferntesten mit diesem Thema zu tun haben, gesammelt. 60 Aktenordner sind gefüllt“, sagt Lindner, der nach der Wende Werner Dopp kennenlernte. Der ist bis heute sehr stolz darauf, dass er als Maler auf der Neptun-Werft den Schriftzug „Fliegerkosmonaut der DDR Sigmund Jähn“ auf einen Schiffsneubau anbringen durfte. Dopp, der seither Kontakt zu Jähn hält und diesen 2013 für einen Rostock-Besuch begeistern konnte, interessiert sich vor allem für den Mars. „Wir ha-ben uns ausgetauscht und zum 50. Jahrestag des Sput-nik-Starts eine erste Veranstaltung im Schmarler Haus 12 durchgeführt. Seither finden dort regelmäßig von uns organisierte öffentliche Vorträge, Lesungen und Treffen statt, zu denen wir beispielsweise den Astronauten Tho-mas Reiter sowie bekannte Schriftsteller und weitere Persönlichkeiten begrüßen konnten“, sagt Lindner, der den SBZ-Mitarbeitern ein dickes Lob für ihre Unterstützung zollt.

„Inzwischen sind wir rund 20 Freunde der Raumfahrt, die das Interesse an diesem Thema verbindet“, sagt Lindner, der mit seinen Hobby-Astronomen nicht nur ins Haus 12 einlädt, sondern sich auch auf den Weg zu Stadtteilfesten macht oder Hortgruppen im Rahmen ihrer Projekttage besucht. „Es ist erstaunlich, welch großes Interesse das Thema Raumfahrt bei Kin-dern findet und wie viele Fragen sie dazu haben“, freut sich der Sprecher des Freundeskreises.

Dessen Mitglieder bringen sich derzeit gemeinsam mit dem SBZ in die Vorbereitung des 800. Rostocker Stadtge-burtstages ein. „Dabei machen wir deutlich, dass Schmarl schon immer mit der Fliegerei verbunden war. Beispielsweise befand sich hier der Werkfunkplatz der Heinkel-Werke. Und noch heute sind unter anderem mit der Firma Luratec Un-ternehmen der Luft- und Raumfahrt hier beheimatet“, erklärt der 76-Jährige. „Im Weltall, so Juri Gagarin, arbeiten Menschen verschiedener Nationen friedlich zusammen. Das muss auch auf der Erde gelingen. Mit unserer Ehrenamtsarbeit wollen wir einen kleinen Beitrag dazu leisten“, sagt Hartmut Lindner.