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Plüsch-Greifi aus Rostock Von der Pleite zum Erfolgsobjekt?

Von NICP | 19.07.2018, 20:45 Uhr

Plüschtier Greifi macht sich (langsam) auf dem Jubiläums-Markt breit.

Mit Greifi – ihrem Jubiläumsplüschtier – hat sich die Hansestadt zunächst in die Nesseln gesetzt. Nicht ganz einwandfreie Plastikteile und das fehlende CE-Zeichen brachten dem quietschgelben Greifen schon im Januar einen schlechten Ruf ein. Nicht mal 14 Tage waren Greifis an im Jubiläumsjahr neugeborene Rostocker verschenkt worden, da zog das Landesamt für Gesundheit und Soziales sie auch schon aus dem Verkehr. Jetzt geht der Plan von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) aber vielleicht doch noch auf. Greifi wird nicht nur wieder an Babys verschenkt, sondern soll sogar verkauft werden. Seit Anfang Juni und bis Mittwoch sind 444 Greifen über die Verkaufstresen der Tourist-Informationen und des Projektbüros Doppeljubiläum am Neuen Markt gegangen oder über den Onlineshop und bei Veranstaltungen verkauft worden. Die Erträge – bisher 3352 Euro – fließen in den Betrieb Doppeljubiläum. „Aufgrund des Stadtjubiläums wurde ein Betrieb gewerblicher Art gegründet“, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa. Für die Produktion von 5000 Plüschtieren seien 22 312,55 Euro gezahlt worden.

Greifi hat noch ordentlich Luft nach oben. Noch sind rund 4400 Stück des Plüschtiers im Bestand der Stadt – „davon sind 1500 Stück vorgesehen für die Verteilung an die Neugeborenen im Südstadtklinikum“, erklärt die Stadtsprecherin. Bislang seien nur einige Plüschtiere „an begeisterte Eltern ausgegeben, die sich ihren Greifi bereits im Vorfeld persönlich im Projektbüro abgeholt haben“. Insgesamt 132 hat die Stadt verschenkt. Alle anderen Eltern der seit 1. Januar im Klinikum geborenen Kinder werden demnächst darüber informiert, wann und wo sie ihr Plüschtier abholen können.

Künftig sollen sie mit einem Glückwunsch der Stadt wieder direkt an die frisch gebackenen Eltern verschenkt werden. „Ich fand das schon damals eine tolle Idee, in der Umsetzung hat es gehapert“, sagt Steffen Vollrath, Verwaltungsdirektor des Klinikums. „Das war schade. Aber mit Greifi 2.0 machen wir einen neuen Ansatz und geben ihn wieder an die Eltern aus.“