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Erfolgsgeschichte Von Rostock auf die Musicalbühne

Von CMIL | 29.06.2015, 10:00 Uhr

Franziska Lessing tritt bis zu acht Mal in der Woche bei der Show „Rocky“ auf. Ihre Heimat ist ihr immer noch wichtig.

Im Leben von Franziska Lessing hat es schon so manchen dramatischen Moment gegeben. Ein Erlebnis hat ihr Leben bis heute besonders geprägt: Als sie acht Jahre alt war, ist sie mit ihren Eltern aus der DDR geflohen. Von Rostock über Bayreuth und die damalige Tschechoslowakei ging es schließlich nach Hamburg. „Als Kind kann man das zwar noch nicht wirklich nachvollziehen, aber dieses Erlebnis hat mich dennoch sehr geprägt“, erzählt sie. In Hamburg fand sie mit ihrer Familie ein zweites Zuhause. Die ganz großen Dramen spielen sich seitdem nur noch im Berufsleben der heute 34-Jährigen ab und auch da nur in ihren Rollen: Als Musicaldarstellerin hat Franziska Lessing ihre Berufung gefunden.

Als Mitglied des „Rocky“-Ensembles steht sie acht Mal pro Woche auf der Bühne des Stage Operettenhauses. In dem erfolgreichen Stück, das im November 2012 in Hamburg Weltpremiere feierte, verkörpert sie Angy. „Sie ist sehr aufgedreht, hat leicht einen sitzen und ist gern mit ihren Mädels unterwegs“, beschreibt sie den Charakter der Nebenrolle. Genau das kommt auch rüber, wenn sie in Schlaghose, Mustermantel und hochhackigen Schuhen über die Bühne wirbelt.

Die Leidenschaft für Schauspiel und Bewegung flammte bei Franziska Lessing schon in der Grundschule auf. Schon damals hatte sie einen großen Erfolg: Anfang der 90er-Jahre trat sie mit einer Nummer aus dem bekannten Musical „Cabaret“ bei der Mini-Playback-Show auf – und gewann. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war sie Feuer und Flamme, wollte ihr Talent weiterentwickeln. Dabei war ihr Weg alles andere als konventionell. „Ich habe Ballettunterricht genommen, aber nur drei Tage lang. Ich durfte nicht rumhüpfen, wie ich wollte, es war alles so gedrillt.“ So hat sie sich in ihrer Freizeit mit verschiedenen Projekten ausgetobt, bei AGs und in lateinamerikanischen Tanzgruppen mitgemacht.

Den Anstoß für ihre Karriere gab schließlich ein Casting des Musiksenders Viva bei Karstadt, an dem sie mit Anfang 20 gemeinsam mit einer Freundin teilnahm. „Wir mussten singen, improvisierte Monologe vortragen und eine Choreografie tanzen. Ich bin weitergekommen und habe einen Workshop für einen Musicalfilm gewonnen“, erzählt Franziska Lessing. Der Film ist letztlich zwar nie gedreht worden, der Workshop sollte sich aber dennoch als wegweisend für sie herausstellen. „Ich habe dort Dominik Schulz kennengelernt, der heute den „Rocky“ verkörpert. Er hat mich darauf gebracht, Musical zu studieren.“

An der Universität der Künste in Berlin lernte Franziska Lessing das Musicalhandwerk von der Pike auf. Die Zusage für ihre erste große Rolle erhielt sie noch vor ihrem Abschluss. „Ich habe in meinem dritten Studienjahr die Rolle der Lisa in „Dirty Dancing“ übernommen.“ Dafür sei sie zwei Jahre lang zwischen Berlin und Hamburg gependelt. „Nach meinem Abschluss brauchte ich dann erst einmal ein halbes Jahr Pause, weil alles so schnell ging. In der Zeit habe ich mich neu orientiert und gezielt versucht, auch bei kleineren Produktionen mitzumachen“, erzählt die Musicaldarstellerin.

Mittlerweile ist Franziska Lessing schon ein Profi in der Musicalbranche. Ihr aufregender Lebenswandel hindert sie aber nicht daran, regelmäßig in ihre Heimat zurückzukehren. „Ich besuche meine Familie regelmäßig. Der Kontakt ist mir extrem wichtig.“

Aber auch über eine berufliche Stippvisite in Rostock wäre sie „sehr glücklich“. „Das wäre für mich ein großer Traum“, sagt Franziska Lessing. Bis zum 19. August steht die 34-Jährige noch als Angy auf der Bühne. Dann endet die Hamburger Spielzeit für „Rocky“, nächste Station ist Stuttgart. Franziska Lessing hat bereits einen Plan für die Zeit danach: Bis Ende des Jahres geht es für ein Theaterengagement in die Schweiz. „Und dann sehen wir weiter“, sagt sie.

Ein Gewinnspiel für Karten zu "Rocky" finden Sie in der Montagsausgabe der NNN.