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Handball Vor dem 84. Derby zwischen Empor Rostock und Schwerin

Von Bernd-Dieter Herold | 11.09.2019, 16:33 Uhr

Ein Blick in die Archive vor dem nächsten heißen Mecklenburg-Duell am Sonnabend ab 18.30 Uhr in der Stadthalle.

Zum 84. Mal ist Derby-Zeit zwischen den Handball-Hochburgen Rostock und Schwerin. Da lohnt vor dem Spektakel am Sonnabend ab 18.30 Uhr in der Stadthalle ein Blick in die Archive. Seit dem 4. Oktober 1970 gibt es den Klassiker. Damals war Schwerin erstmals in die DDR-Oberliga aufgestiegen. 13:21 hieß das Resultat zwischen der BSG Post (8.) und dem die Saison auf Position vier beendenden SC Empor. „Wir mussten viel Lehrgeld gegen die Gunnar Gernhöfer, Jimmy Prüsse, Reiner Ganschow und Wolfgang Böhme bezahlen“, erinnert sich der Postler Peter Rauch, heute Präsident des Handball-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Den ersten Erfolg landeten die Schweriner am 17. März 1973 daheim mit 17:16 und einer Kuriosität: Anerkannt wurde ihnen ein von außen durch ein Loch im Netz erzieltes Tor. Natürlich kochten die Emotionen hoch.

Empor-Keeper Jürgen „Waffi“ Rohde, der mit 32 Derbys die meisten auf dem „Buckel“ hat, bezeichnet diese besonderen Begegnungen so: „Außerhalb des Parketts waren wir Freunde, tranken hinterher auch ein Bierchen. Auf der Platte ging es aber zur Sache. Die Betriebssportgemeinschaft wollte sich gegen die aus ihrer Sicht Profis beweisen.“ Das war in den 45 Partien der DDR-Oberliga, von denen das Team von der Warnow 33 gewann (vier endeten remis), jedes Mal an der Tagesordnung.

Es gab aber auch das: Peter Kahr und Holger Schneider wechselten die Fronten von Post zu Empor. Natürlich wurde das Duo fortan in der Schweriner Sport- und Kongresshalle nicht gerade freudig begrüßt. Oder jenes: Peter Rauch und Hannes Eichhorn (Post) wurden später Schiedsrichter, leiteten auch etliche Rostocker Partien und mussten sich bei kniffligen Entscheidungen einiges anhören, und das sehr heftig.

In den bisher 83 Derbys ging Rostock 52-mal als Sieger vom Parkett, sechs Spiele endeten unentschieden, während Schwerin 25 Begegnungen gewann.