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Norddeutsche Neueste Nachrichten Wachstumsmotor steht

Von Max-Stefan Koslik | 04.08.2009, 05:21 Uhr

Nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle wird die Produktion im Osten in diesem Jahr um 4,5 Prozent sinken.

Wer tatsächlich darauf hoffte, dass die neuen Bundesländer von der Wirtschaftskrise weniger betroffen würden, als die robusten Volkswirtschaften der alten Bundesländer, muss entweder ein grenzenloser Optimist sein oder ein Träumer. Und wie sich jetzt erweist, könnte die Krise MV noch viel härter treffen, als viele andere Bundesländer. Denn der Zusammenbruch der Wadan-Werften und der drohende Ausverkauf ihrer Flächen und -Ausrüstung würde einen ganzen Wirtschaftszweig schwer schädigen. Einen Zweig zudem, der eines der drei Standbeine der Wirtschaft bildet. Wachstumsraten von 12 und 14 Prozent im verarbeitenden Gewerbe sind passé. Zwar ist die Wirtschaft im Land inzwischen breiter aufgestellt, aber noch reichen neue Investitionen bei Liebherr und in Torgelow nicht aus, um einen gesunden Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt von über 23 Prozent zu erreichen. Derzeit sind es 13,5 Prozent. MV ist noch längst nicht in der Lage, in der Industrie auch noch Minus-Raten zu verkraften. Mit Tourismus und Call-Centern kann die Rezession kaum aufgefangen werden. Das Land steht vor seinem schwersten Jahr, vor einer Depression ohne gleichen.