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Ostsee-Dokumentarfilm Warnemünder Prof. Ulrich Bathmann auf der Kino-Leinwand

Von NNN | 06.11.2018, 17:09 Uhr

Im Dokumentarfilm „Seestück“ von Volker Koepp ist Prof. Dr. Ulrich Bathmann, Direktor des IOW, einer der Protagonisten.

Am 14. November zeigt das Rostocker Programmkino Liwu in Warnemünde den Ostsee-Dokumentarfilm „Seestück“ des vielfach ausgezeichneten Filmemachers Volker Koepp. Vor magischer Naturkulisse begegnen dem Zuschauer die unterschiedlichsten Menschen, die an der Ostsee leben – sei es auf Usedom, an polnischen Stränden oder auf den schwedischen Schären. Sie erzählen von ihrem Leben mit der sie verbindenden Meereslandschaft und entwerfen dabei auch das Bild eines Alltags mit ökologischen Problemen und politischen Konflikten. Nach der Vorführung findet ein Filmgespräch statt mit Volker Koepp und Film-Protagonist Prof. Dr. Ulrich Bathmann, dem Direktor des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW).

Über den Film: In der Bildenden Kunst werden Gemälde mit Motiven in maritimen Landschaften häufig als „Seestücke“ bezeichnet: Fischer bei der Arbeit, Seeschlachten, Stürme, Schiffsuntergänge. Der jüngste Film von Volker Koepp schließt an diese Tradition an. „Seestück“ ist ein Film über die Meereslandschaft der Ostsee und die Menschen, die an ihren Küsten leben – ein Leben am Meer und mit dem Meer.

Die Küstenbewohner im Ostseeraum teilen eine lange Geschichte, nicht nur des kulturellen Austauschs und Handels, sondern auch der Kriege, Teilungen und Vertreibungen. Die Gegenwart ist geprägt von den Hoffnungen und Enttäuschungen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Immer wieder brechen alte und neue Konflikte auf. Großmanöver der Nato oder des russischen Militärs an den baltischen Küsten schüren alte Ängste. Hinzu kommen massive Umweltprobleme wie die Verschmutzung der Ostsee Gifte und Überdüngung durch industrielle Landwirtschaft in den Anrainerstaaten. Der Rückgang der Fischbestände trifft vor allem kleine Familienbetriebe der Fischer, deren traditioneller Arbeitsplatz die Ostsee ist. Gaspipelines werden durch Naturschutzräume am Meeresboden verlegt. Offshore-Windanlagen entstehen in großer Zahl, Häfen werden für Großtanker erweitert. Millionen Menschen überqueren die Ostsee auf riesigen Kreuzfahrtschiffen. Die Ostsee ist auch ein Industriegelände.

Vor diesem Hintergrund erzählen die 14 Protagonisten in Koepps Film von ihrem Leben, ihrer Arbeit, ihren Ängsten und Hoffnungen. Sie entwerfen ein Bild von

unserer Gegenwart, in der ökologische Probleme, politische Ost-West-Konflikte und nationale Sichtweisen auf globale Entwicklungen treffen. Und es geht um die Mythen und Geschichten über das Baltische Meer, das seit jeher Maler, Literaten und Philosophen inspiriert hat. Die Gespräche kreisen daher auch um Caspar David Friedrich, Kopernikus, Rousseau und Immanuel Kant.

Gedanklich schließt "Seestück" an Volker Koepps vorhergehenden Film „Landstück“ an, der 2015 in der Uckermark und deren Umgebung gedreht wurde und vom Leben in einer sich veränderten Landschaft, von Bodenspekulation und den ökologischen Folgen einer industriellen Landwirtschaft erzählt. Gleichzeitig schließt Koepp damit auch seinen filmischen Zyklus über Landschaften im Osten Deutschlands und Europas ab, zu denen außerdem die Filme „Berlin-Stettin“ (2010) und „In Sarmatien“ (2013) zählen.

Wann und Wo?

Die Filmvorführung beginnt am 14. November um 18.30 Uhr in der Kleinen Komödie in Warnemünde, Rostocker Straße 8. Einlass ist ab 18 Uhr.

Kartenreservierung: Tel.: 0381/490 38 59 oder per E-Mail unter mail@liwu.de.