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Verkehr Warnstreik schränkt Nahverkehr in Rostock stark ein

Von Leonard Kehnscherper und Joachim Mangler | 24.01.2018, 07:44 Uhr

Innerhalb von drei Tagen müssen Schüler und Fahrgäste im halben Mecklenburg-Vorpommern sehen, wie sie ohne Bus und Straßenbahn zurechtkommen.

In Rostock und großen Teilen Vorpommerns sind seit Mittwochmorgen Hunderte Busse und Straßenbahnen in den Depots geblieben. Grund ist der dritte Warnstreik der Gewerkschaft Verdi seit Montag, der diesmal die Rostocker Straßenbahn AG und die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (VVG) betraf, wie Gewerkschaftssprecher sagten. In Vorpommern fuhren vor allem in den Regionen Pasewalk und Torgelow fast keine Busse mehr. Eltern standen vor der Frage, wie ihre Kinder in die oft weit entfernten Schulen kommen sollten.

Dagegen fuhren die VVG-Busse in den Regionen Loitz und Jarmen trotz Streiks. Nicht vom Streik betroffen seien Greifswald und die Anklamer Verkehrsgesellschaft, die noch immer das Gebiet des Altkreises Ostvorpommern absichert, sagte eine Verdi-Sprecherin.

In Rostock würden keine Straßenbahnen und Busse mehr fahren, sagte Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete. Mehr als 400 Fahrer hätten ihre Arbeit niedergelegt. Viele Fahrgäste zeigten sich überrascht, fanden aber im Stadtgebiet schneller eine Ersatzlösung als im dünn besiedelten Vorpommern.

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für die kommunalen Nahverkehrsbetriebe im ganzen Land, die an diesem Mittwoch fortgesetzt werden sollten. Seit Montag hatte der Ausstand damit den Nahverkehr etwa im halben Bundesland lahmgelegt. Zuerst waren die Mecklenburgische Seenplatte und der Kreis Ludwigslust-Parchim betroffen.

Verdi fordert ein Gehaltsplus von 180 Euro für ein Jahr für die rund 1600 Busfahrer und Mitarbeiter in den Nahverkehrsgesellschaften. Die Arbeitgeber hätten bisher Lohnsteigerungen von 2,2 Prozent zum 1. Januar 2018 angeboten, mindestens jedoch 75 Euro, sowie noch einmal 2,5 Prozent mehr ab dem 1. Januar 2019. Das war Verdi zu wenig.