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Ein Artikel der Redaktion NNN

Wasserball Vorzeitiger Titelgewinn nach unterirdischem Beginn

Von Jörg Behlendorf | 14.05.2019, 17:51 Uhr

Die HSG Warnemünde I liegt im „Finale“ der 3. Liga beim SV Wiking Kiel 1:5 hinten, doch am Ende steht es 14:9.

Die Wasserballer der HSG Warnemünde I sind Meister der 3. Liga.

Der SV Wiking Kiel empfing den Tabellenführer zum „Finale“. Der Gastgeber benötigte einen Sechs-Tore-Sieg, um den Titel zu holen, da bei Punktgleichheit der direkte Vergleich herangezogen worden wäre und die HSG I das Hinspiel in Rostock mit 7:2 gewonnen hatte.

Kiel startete brillant in die Partie und führte mit 5:1. Nicht nur die verdutzten Gäste schienen überrascht, doch Spielertrainer Jörg Behlendorf behielt mit seinem Team kühlen Kopf: „Wir begannen unterirdisch, sie profitierten von unseren Fehlern, aber mir war schon klar, dass wir nicht so schlecht waren, wie es die Situation darstellte.“ Noch vor der ersten Viertelpause hatten die Mecklenburger auf 3:5 verkürzt.

Im zweiten Abschnitt gelangen durch den starken Kapitän Klaus Einhorn das 5:5 und wenig später die erste Führung zum 6:5. Die Wikinger kämpften sich mit dem Mute der Verzweiflung zurück und lagen zu Beginn des dritten Viertels 8:6 vorn.

Die Warnemünder stellten jedoch zur Halbzeit einige taktische Feinheiten in der Defensive um und blieben in der Offensive stets geduldig. Sie agierten nun über eine flexible Zonenverteidigung und zogen den Hausherren so den Zahn. „Wir begannen, unser bestes Wasserball zu zeigen“, so Behlendorf. Zweiten Bällen und Chancen wurde erfolgreich nachgegangen und in der Verteidigung praktisch nichts mehr zugelassen. Vier Tore in Folge bedeuteten die 10:8-Führung vor dem Schlussdurchgang.

Kiel konnte dem konstant hohen Tempo und der Effektivität der Gäste nicht mehr folgen und verlor weiter an Boden. Mit der Schlusssirene vergoldete schließlich Nachwuchsmann Adrian Reihs per Heber den Sieg auf den 14:9-Endstand (3:5, 3:2, 4:1, 4:1). 20 Sekunden vorher hatte Torwart-Youngster Anton Erben einen Strafwurf glänzend pariert – so wie zuvor bereits sein „Vorgänger“ Philipp Steidler.

„Nach dem Stolperstart war es das erhoffte tolle Endspiel. Beide Mannschaften haben alles gegeben. Es war ein würdiges Duell um den Titel. Unsere Freude ist riesig. Es war ein richtig geiles Spiel mit vielen Aufs und Abs“, strahlte Klaus Einhorn. Er und Christian Koth waren mit je vier Toren die Garanten für den Auswärtssieg und die vorzeitige Meisterkrone.

HSG Warnemünde I: Philipp Steidler (1. bis 16.), Anton Erben (17. bis 32.) – Paul Helm, Adrian Reihs 1 Tor, Klaus Einhorn 4, Daniel Thiele, Niklas Heese 1, Maurizio Reitzig 3, Roman Gruchow, Konrad Meyer 1, Christian Koth 4, Jörg Behlendorf, Ben Hüpenbecker, Betreuer Christopher Wende

Am Freitag ab 19.50 Uhr bestreitet die HSG Warnemünde I beim Tabellenletzten SG Lübeck-Ahrensburg ihr bedeutungslos gewordenes letztes Saisonspiel. Die HSG II hat die Serie als Vierter im Sechser-Feld abgeschlossen.