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Einblicke Wasserwerk feiert 150. Jubiläum

Von Katrin Zimmer | 12.06.2017, 08:00 Uhr

3000 Besucher erfahren, woher Trinkwasser kommt. Rostocker verbrauchen ein Drittel unter Bundesschnitt. #wirkoennenrichtig

Es ist die Führung durchs Werk, die die Leute anlockt, ist sich Katja Gödke, Geschäftsführerin des Warnow Wasser- und Abwasserverbands (WWAV), sicher. „Das ist ja wie Fort Knox, da kommt man sonst nicht einfach rein“, sagt sie. Aber zum 150. Jubiläum hat das Wasserwerk eine Ausnahme gemacht und mehr als 3000 Besucher in der Blücherstraße zu einem großen Fest empfangen.

Alle zehn Minuten starten Führungen durch das Werk, bei denen Eurawasser-Mitarbeiter wissbegierigen Besuchern zeigen, wie ihr Trinkwasser aufbereitet wird. „Direkt an der Warnow stehen große Pumpen, die das Wasser zu uns leiten“, erklärt Betriebsingenieurin Juliane Schippmann. Es sei sehr selten in Deutschland, dass Trinkwasser aus einem Fluss anstatt aus dem Grundwasser gewonnen werde, aber in und um Rostock sei einfach nicht genug verfügbar. „Nun hat das Wasser aus der Warnow aber andere Eigenschaften und muss stärker aufbereitet werden“, sagt die Ingenieurin. Das passiert in der Sepaflexanlage, in der das Wasser erst grob, dann fein gereinigt, von Krankheitserregern befreit und mit Aktivkohlefiltern geschmacksneutral gemacht wird, sagt Schippmann. Sie ist eine von gut 500 Eurawasser-Mitarbeitern und 24 Auszubildenden, die im nächsten Jahr vielleicht unter neuer Führung, definitiv aber unter neuem Namen agieren werden. Denn nach 25 Jahren wird die Rostocker Wasserversorgung zum 1. Juli 2018 rekommunalisiert und von Nordwasser übernommen. Was dann kommt, vermag Eurawasser-Geschäftsführer Robert Ristow nicht zu sagen. „Unsere Mitarbeiterzahlen waren trotz Effizienzerhöhung stets stabil“, resümiert Ristow knapp.

Seit 1867 hat sich das Werk in Sachen Effizienz enorm gesteigert: „Der Tagesbedarf liegt in Rostock bei durchschnittlich 96 Litern pro Tag. Das sind 30 Prozent weniger als der Bundesschnitt“, sagt WWAV-Chefin Gödke. Der Jahresbedarf des Werks beziffere sich damit auf etwa 12 Millionen Kubikmeter, also gut 32 000 Kubikmeter pro Tag. Dennoch verfüge das Wasserwerk über eine Kapazität von 50 000 Kubikmetern, um auf eine wachsende Hansestadt reagieren zu können. War das Rohrnetz 1940 noch 214 Kilometer lang, sind es heute mehr als 1000 Kilometer in Rostock und dem Landkreis.