Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Norddeutsche Neueste Nachrichten Wenig Zeit für Beckstein

Von Andreas Herholz | 10.10.2007, 08:27 Uhr

Es war eine lange, schwere Geburt.

Doch dabei erblicken bekanntlich mitunter die schönsten Kinder das Licht der Welt. Günther Beckstein ist am Ziel und die CSU erleichtert. Mit seinem langen Abschied hat es Edmund Stoiber der Partei und seinem Nachfolger schwer gemacht. Jetzt, nach der Wahl des neuen Sympathie- und Hoffnungsträgers, will man nicht mehr zurückblicken. Beckstein bleibt wenig Zeit, um die neue Rolle zu proben. Im Frühjahr und im Herbst 2008 warten mit der Kommunalwahl und der Landtagswahl die ersten Bewährungsproben. Sie werden mit entscheiden, ob er nur der Mann des Übergangs ist, den viele in ihm sehen und der den notwendigen Generationswechsel vorbereitet, oder ob es ihm gelingt, so fest Fuß zu fassen, dass er nicht nur ein Platzhalter für einen der lauernden Nachfolger bleiben wird. Bayerns neuer Landesvater hat die Voraussetzungen, alle zu enttäuschen, die in ihm nur eine Verlegenheitslösung sehen und auf ein möglichst schnelles Ende hoffen. Der Jurist und Anwalt von Recht und Ordnung hat in seinen 14 Jahren als bayerischer Innenminister bewiesen, dass er effektiv, aber ohne Effekthascherei eine Verwaltung führen und das politische Geschäft betreiben kann. Seine Chance liegt auch darin, dass er ob seiner bodenständigen Art unterschätzt wird, dass man von ihm keine großen Überraschungen erwartet, sondern nur die Verwaltung des politischen Nachlasses von Strauß und Stoiber.