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Bürgerbeteiligung Wie soll Rostock wachsen?

Von tohi | 20.08.2018, 16:02 Uhr

350 bis 420 Hektar Fläche für 17.000 Wohneinheiten benötigt, Planer legen drei Varianten zur Abstimmung vor.

Die Hansestadt wächst. An welchen Stellen und wie, das sollen die Rostocker selbst mitbestimmen. Am Montag hat Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) den Startschuss für die nächste Beteiligungsrunde zum neuen Flächennutzungsplan (FNP) gegeben. Bis zum 9. September können die Rostocker im Internet über ihr Wunschszenario abstimmen und den Planern damit eine Tendenz mitgeben: Sollen sie sich auf die Entwicklung eines großen neuen Stadtteils mit kleineren Ergänzungen konzentrieren, auf drei neue Stadtteile mit jeweils mindestens 5000 Wohneinheiten und Ergänzungen oder viele verteilte kleine Baugebiete? Große Stadtteile bieten unter anderem den Vorteil, sie gleich an das Straßenbahnnetz anbinden zu können.

Einer detaillierten Haushalts- und Wohnungsnachfrageprognose zufolge benötigt Rostock bis 2035 rund 26 000 zusätzliche Wohnungen. „Grob gesagt bedeutet das ein Bauvolumen von 20 Jahren“, so Chefstadtplaner Ralph Müller. 6000 Einheiten seien im aktuellen FNP noch festgesetzt, weitere 3000 habe sein Amt als Baupotenziale innerhalb bestehender Wohngebiete identifiziert. „Bleiben auf noch nicht bebauten Flächen 17 000 Wohneinheiten, die unterzubringen sind“, so Müller. „Je nach Szenario landen wir bei einer Flächendarstellung von 350 bis 420 Hektar für Wohnungsbau“, ergänzt er. Das hänge von der Bebauungsdichte ab. In Kassebohm beispielsweise beträgt diese 15, An der Tweel 50 und in Reutershagen 70 Wohneinheiten pro Hektar.

Hinzu kommen Bedarfe von 50 Hektar für Gewerbe, 17 Hektar für Wissenschaftseinrichtungen, 375 Hektar für die Hafenerweiterung sowie noch nicht festgelegte Bedarfe für Kleingärten, Umwelt- und Freiräume. „Es geht nicht nur ums Wohnen“, so Müller-von Wrycz Rekowski. Der Senator hofft, mit dem neuen Flächennutzungsplan auch gleich die soziale Durchmischung zu fördern. Denn „das macht urbanes Leben aus“, sagt er. „Rostock muss ein bisschen aufpassen, dass nicht nur noch hochattraktive Gebiete in der Innenstadt, Warnemünde und Gehlsdorf entstehen und dann nur noch Plattenbauten, die an Attraktivität verlieren.“ Mit dem Flächennutzungsplan könnten beispielsweise die Viertel im Nordosten und -westen aufgewertet werden.

Neben der Online-Beteiligung ist auch das Mitmach-Mobil unterwegs. Dieses macht am Dienstag und am 29. August von 16 bis 20 Uhr am Universitätsplatz sowie am Sonntag, 2. September, in der Stadthalle Station.

Diese Varianten stehen zur Abstimmung
Zur Abstimmung stellen die Stadtplaner drei verschiedene Szenarien: Szenario A: Drei neue Stadtteile mit jeweils mindestens 5000 Wohneinheiten. Mögliche Standorte sind Lichtenhagen, Evershagen, Biestow, Vorweden und Gehlsdorf.Szenario B: Ein neuer Stadtteil mit mindestens 5000 Wohneinheiten sowie mehrere kleine Baugebiete. Mögliche Standorte für den Stadtteil sind Lichtenhagen, Evershagen und Biestow.Szenario C: Viele kleine Baugebiete ohne großen neuen Stadtteil. >> Im Internet: www.zukunftsplan-rostock.de