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Parkentin Wieder Deponie-Großbrand

Von TOHI | 06.06.2018, 20:45 Uhr

Nach Hinrichsdorf trifft es nun Anlage in Parkentin. Ist ein Feuerteufel schuld?

Erneut ist am Dienstagabend auf einer Müll-Sortieranlage ein Großfeuer ausgebrochen. Nach dem Brand in Rostock-Hinrichsdorf am Mittwoch vergangener Woche traf es dieses Mal eine Deponie in Parkentin. In beiden Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

Auf der Anlage in Parkentin standen rund 3000 Kubikmeter Plastik und Baumaterial in Flammen – also sogar 2000 Kubikmeter mehr, als bei dem Großbrand in Hinrichsdorf. Mitarbeiter des Betreiberunternehmens hatten das Feuer am Abend gegen 21 Uhr entdeckt und dann selbst versucht, die Flammen zu löschen – vergeblich. Erst ein Großaufgebot der Feuerwehr hatte mehr Erfolg. Es gelang den Einsatzkräften, ein Übergreifen auf die Sortieranlage zu verhindern. „Insbesondere die Wasserförderung über lange Schlauchstrecken war eine Herausforderung, die wir jedoch gemeistert haben“, sagt Kreisbrandmeister Mayk Tessin. Nachschub musste zudem im Pendelverkehr mit bis zu acht Tanklöschfahrzeugen herangeschafft werden. In der Nacht beteiligte sich daran auch ein Landwirt mit einem Wassertankwagen und einem Traktor.

In Spitzenzeiten waren bis zu 120 Einsatzkräfte gleichzeitig vor Ort beschäftigt. Die erste Welle bildeten Helfer der Freiwilligen Wehren aus Groß Schwaß, Bad Doberan, Parkentin, Nienhagen, Elmenhorst, Lambrechtshagen, Kritzmow, Kühlungsborn, Lieblingshof sowie der Rostocker Berufsfeuerwehr. Sie wurden später durch frische Kräfte aus Börgerende-Rethwisch, Schwaan, Admannshagen-Bargeshagen und Bützow abgelöst. Insgesamt kamen damit in gut 17,5 Stunden 210 Feuerwehrleute zum Einsatz, die vom Betreuungszug des Deutschen Roten Kreuzes versorgt wurden.

Noch in der Nacht zogen zwei Radlader und ein Bagger die brennenden Abfallhaufen auseinander. Anschließend konnte das Material auf drei Teilflächen mit Wasser und Schaum abgelöscht werden. Gefahr für die Bevölkerung habe trotz einer Rauch- und Dampfwolke nicht bestanden. Messtrupps überwachten laufend die Luftqualität und Schadstoffwerte. Sie gaben aber Entwarnung. Anwohner aus Parkentin wurden dennoch gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Verletzt wurde niemand.