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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock "Wir müssen viel länger die Null stehen lassen"

Von Peter Richter | 29.04.2012, 01:44 Uhr

Der vorletzte Spieltag der 2.

Fußball-Bundesliga steht an. Morgen um 13.30 Uhr gastiert der FC Hansa (17./26) beim derzeit besten Ost-Verein 1. FC Union Berlin (7.) vor rund 18 400 Zuschauern (davon 1600 Rostocker Fans) in der ausverkauften Alten Försterei. Für die Ostseestädter ist es eine Alles-oder-Nichts-Partie, denn - ganz egal, wie z. B. das Duell zwischen Aachen (18./25) und Karlsruhe (16./30) ausgeht - wenn sie nicht gewinnen, werden sie vom Auf- wieder zum Absteiger. Ein Unentschieden ließe dem FCH (-28 Tore) zwar noch eine kleine Chance, sollte der KSC verlieren (-26), doch dann wäre ja auch Aachen (-19) an den Mecklenburgern vorbei. Verliert Hansa, ist sowieso alles gelaufen…

Trainer Wolfgang Wolf will sich nicht über Zwischenstände von anderen Plätzen in Kenntnis setzen lassen: "Wenn Karlsruhe nach zehn Minuten 1:0 führt, brechen wir das Spiel ab, dann hören wir auf… Nein, im Ernst: Wir müssen das ausblenden, können es doch eh nicht ändern. Unser Fokus liegt auf dem ganz schweren Spiel bei Union. Wir brauchen drei Punkte - die wollen sich mit einem Sieg vom eigenen Publikum verabschieden." Der 54-Jährige erläuterte gestern auch seine Herangehensweise: "Wir verlieren bei Gegentoren zu schnell die Ordnung, wollen sofort das 1:1 und laufen in Konter. Wir müssen viel länger die Null stehen lassen und versuchen, die Partie gegen Ende für uns zu drehen."

Trainer "total unzufrieden" mit Freddy Borg

Was das Personal betrifft, ist Innenverteidiger Stephan Gusche, weil Kevin Pannewitz (Grippe) ausfällt, praktisch gesetzt. Während für Wolfgang Wolf auch Tino Semmer "mit Sicherheit ein Thema für die Start-Elf" ist, missfällt ihm derzeit der schwedische Angreifer Freddy Borg. "Ich bin total unzufrieden mit ihm", wurde der Coach gestern ungewohnt deutlich. "Er hat einen Körper, kann aber keinen Ball annehmen, gewinnt nicht die Kopfbälle. Ein Mittelstürmer muss sich vor dem Tor aufhalten. Er geht nach außen, hält sich an keine Taktik, zeigt nicht das, was ich von ihm als einem der Älteren, Erfahreneren sehen will. Und ich kann ihn nicht zum Einsatz bringen, nur weil er wegen eines Elfmeters Publikumsliebling ist."

Gleichfalls zu den "Alten" zählt Jörg Hahnel. An dem Torwart gibt es allerdings trotz der acht Gegentreffer in den zurückliegenden zwei Partien keine Zweifel. Auch wegen seiner Einstellung: "Selbst wenn ich Schach spiele, nehme ich mir immer vor zu gewinnen. Außerdem gibt es nichts Schöneres, als in einem vollen Stadion anzutreten, zumal im Gegensatz zu St. Pauli unsere Fans wieder mit dabei sind."

"Jockel" kündigte an, sein Handy mit ins Tor nehmen zu wollen, um stets über das Gesamtgeschehen am 33. Spieltag im Bilde zu sein, ging danach aber gleich wieder vom Spaß zum Ernst über: "Es bringt nichts, sich verrückt zu machen. Wir müssen die Ruhe bewahren und auf dem Platz Gas geben. Das Wichtigste ist, später sagen zu können, wir haben alles getan - dass man sich selbst im Spiegel angucken kann."

Hansa intern
Mögliche Start-Elf: Hahnel – Janecka, Holst, Gusche, Pelzer – Semmer, R. Müller, Peitz, Blum – Mintál, Weilandt
Abschlusstraining ist heute um 13 Uhr. Danach wird der 18er-Kader endgültig nominiert, macht sich der Mannschaftsbus auf den Weg nach Berlin.
Schiedsrichter der morgigen Begegnung ist der 1,94-Meter-Mann Markus Wingenbach aus Diez (Rheinland). Der Referee vom VfL Altendiez leitete bereits das Rostocker 0:0 in Aachen am 22. Spieltag.
Björn Ziegenbein (Langzeit-Ausfall wegen Hüftverletzung) wird nächste Woche operiert, fällt für drei bis fünf Monate aus.