Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Fiete verlässt Rostock Wird Jens der nächste Zoo-Papa?

Von NICP | 27.01.2016, 05:00 Uhr

Direktor und Mitarbeiter hoffen auf Nachwuchs bei Faultieren und Co. / Fiete verlässt Rostock / Bärenburg wird abgerissen

Bei Jens und der Dame Oska knistert es, ganz langsam natürlich – faultiertypisch. „Wir hoffen auf Nachwuchs bei den Baumkängurus, Faultieren und Schnabeligeln“, sagt Zoo-Direktor Udo Nagel. Eine Schnabeligel-Nachzucht ist selten. Es war 2014 eine Sensation als Harapan, frisch geboren, nach dem Tod seiner Mutter per Hand aufgezogen wurde. Er ist jetzt im Tierpark Berlin, dafür kam Weibchen Kedua von dort nach Rostock. Bei den Baumkängurus setzt der Zoo seine Hoffnung in die dreijährige Wimbe und den zweijährigen Kikori.

Mehr als 100 Jungtiere hatte der Zoo 2015. Stars waren die fünf Gepardenbabys und natürlich Eisbär Fiete. „Nach dem Fiete-Jahr kommt jetzt das Polarium-Jahr“, sagt Nagel. Mit dem neuen Prestige-Projekt des Zoos, der neuen Heimat von Pinguinen und Eisbären mit musealem Charakter, geht es voran. Ende November letzten Jahres kam der Fördermittelbescheid vom Wirtschaftsministerium. Das Land fördert die neue Erlebnislandschaft mit 8,8 Millionen Euro, das sind 90 Prozent der Gesamtbaukosten von 9,7 Millionen Euro.

„Bis 8. Februar läuft die Ausschreibung für die Hauptplaner“, sagt Marketingleiter René Gottschalk. Danach folgen bis Frühjahr die Ausschreibungen für die Ausstellungsplaner. „Wenn es nach dem Baustart so zügig wie beim Darwineum vorangeht, rechnen wir mit der Eröffnung im Frühjahr 2018“, sagt Nagel – pünktlich zum 800. Stadtgeburtstag. Im Winter dieses Jahres wird erst mal die 1958 errichtete Bärenburg abgerissen. Zeit zu gehen für Vienna, Vilma und Fiete – „wohin ist unklar“, sagt Nagel. Fiete werde aber wohl nicht zurückkommen. „Er ist ein junger Mann und soll für Nachwuchs sorgen, das kann er nicht im Kreis von Mutter und Schwester.“ Fiete sei Dank und der Vogelgrippe im Januar zum Trotz zählte der Zoo 2015 insgesamt 639 513 Gäste. Das sind 7176 mehr als 2014. Damit war es das beste Jahr seit der Wende.

11 000 Schüler der Klassen 1 bis 12 haben 2015 kostenfrei für Schulprojekte den Zoo besucht. An die Zooschularbeit soll dieses Jahr angeknüpft werden. Schon zu Beginn der Winterferien, am 2. Februar, treffen sich Lehrer aus dem ganzen Land im Darwineum zur diesjährigen Winterakademie. Schüler des Innerstädtischen Gymnasiums gestalten eine Weiterbildung, Thema: „Kulturelle Evolution des Menschen“.