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Wasserspringen Nach einer Talfahrt wieder aufgestanden

Von Bernd-Dieter Herold | 21.11.2019, 16:08 Uhr

Der WSC Rostock feiert am Freitag mit einem Festakt im Marmorsaal der Neptun-Schwimmhalle sein 20-jähriges Bestehen.

Wasserspringen in Rostock gibt es seit 1956. Unter der Leitung von Heinz Kitzig und Maximilian „Max“ Kinast als Abteilung im SC Empor gegründet, machten sich die Salti-Künstler bald mit internationalen Erfolgen einen Namen.

In den „Wende-Wehen“ musste der Club 1999 Insolvenz anmelden. Das Aus für das Wasserspringen? Nein!

Die Verantwortlichen wie z. B. Rainer Milles, Andreas Kriehn – seit 2002 Vorsitzender – und Wolf Herrmann gründeten den Wasserspringerclub.

Heute begeht der WSC im Marmorsaal der Neptun-Schwimmhalle sein 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt.

„In den 20 Jahren sind wir durch Höhen und Tiefen gegangen, haben analysiert, Schlussfolgerungen gezogen und sind, wenn nötig, wieder aufgestanden“, sagt Andreas Kriehn.

Die ersten Jahre konnten die Rostocker noch aus dem Vollen schöpfen: Dörte Lindner Olympia-Bronze 2000 in Sydney, Stefan Ahrens dort ebenfalls im Finale des Kunstspringens. Auch Alexander Mesch, Christian Löffler und Frank Sander waren in den Jahren bis 2005 WM- und EM-Teilnehmer, ersprangen teilweise Edelmetall.

Doch dem Hoch folgte auch eine Talfahrt – Rostock gehörte nicht mehr zu den Top Drei. Das hatte teilweise auch etwas mit personellem Aderlass aus gesundheitlichen Gründen zu tun, da in dieser Sportart beim Aufprall auf das Wasser oder im Erreichen der maximalen Sprunghöhe gewaltige Kräfte wirken.

So mussten Laura Littmann, Tim Pyritz und Thomas Sadlowski ihre hoffnungsvollen Laufbahnen beenden, wollten andere Talente sich den immer mehr zunehmenden Schwierigkeitsgraden nicht mehr stellen.

Doch das ist Schnee von gestern. Umstrukturierungen im Trainerbereich, dessen einheitlich zielorientiertes Handeln und die Mitnahme der Aktiven machten es möglich, dass dem WSC für den laufenden Olympia-Zyklus der Status eines Bundesstützpunktes zuerkannt wurde. Talente wie Anna Shyrykhay, Jette Müller, Thalea Paschel und Carlos Alexandru Taranu „lassen uns bei weiter intensiver Arbeit mit Blick auf Paris 2024 hoffen“, so Andreas Kriehn.