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Norddeutsche Neueste Nachrichten Wundersame Kehrtwende

Von Timo Weber | 12.10.2009, 07:00 Uhr

Die Bundesgartenschau 2009 ist Geschichte.

Da weinte sogar der Himmel über Schwerin. Denn die Hunderttausenden von Touristen, die in den vergangenen 172 Tagen in die kleinste Landeshauptstadt der Republik gekommen waren, haben ihr einen Großstadt-Charme verliehen, der hoffentlich noch ein wenig anhalten wird. Der Erfolg hat immer viele Väter. Bei einem Schuldenberg am Ende der Gartenschau hätte die Landeshauptstadt vermutlich allein mit dem Schwarzen Peter dagesessen. Es ist nicht dazu gekommen, obwohl selbst ernannte Experten und Kritiker schon vor der Halbzeit der Schweriner Schau ein Millionenloch herbeiorakeln wollten. Doch abgerechnet wird eben erst zum Schluss. Nun ist klar: Die Buga GmbH wird sich mit einem Millionengeschenk an die Landeshauptstadt auflösen. Es ist unstrittig, dass dieser Erfolg ohne die Unterstützung des Landes nicht möglich gewesen wäre. Ohne den Einsatz vor allem durch Landwirtschaftsminister Till Backhaus im Kabinett und die gegebenen Fördermillionen hätte es die "Sieben Gärten mittendrin" in dieser Form nicht geben können. Dass jedoch ausgerechnet genau nach Bekanntgabe des wirtschaftlichen Erfolges der Bundesgartenschau die Staatskanzlei der Landeshauptstadt in völlig neuen Tönen die gemeinsame Erarbeitung eines Tourismuskonzeptes anbietet, was das Land auch noch fast ganz allein bezahlt, darf schon verwundern. Es ist gut und richtig, dass das Land sich für seine Hauptstadt einsetzt. Gerne darf sich daher auch Ministerpräsident Erwin Sellering ein bisschen im Erfolg der Buga sonnen. Die Sozialdemokratie hat schließlich derzeit nicht viel Grund zur Freude. Doch wir sollten darüber nicht vergessen, wann und vielleicht auch warum der Regierungschef in Sachen Schwerin-Politik eine Kehrtwende gemacht hat.